13.12.2016

5 Webhosting Tipps zur nachhaltigen Steigerung der SEO-Performance

Heutzutage ist es einfacher denn je, eine eigene Webseite aufzusetzen. Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Webhoster, die mit günstigen Angeboten und Komplettpaketen locken. Allerdings ist ein großes Angebot nicht automatisch ein gutes Angebot. Vielfach lauern die Tücken im Detail. Dieser Artikel gibt Dir fünf Tipps zum Thema Webhosting, mit denen Du Deine Sichtbarkeit in den organischen Suchergebnissen nachhaltig steigern kannst.


Webhosting und SEO

SEO und Webhosting sind zwei Bereiche, die eng miteinander verknüpft sind. So legt das Webhosting den Grundstein dafür, dass Deine Webseite erreichbar, crawlbar und indexierbar ist. Dadurch kann die Seite überhaupt erst von Suchmaschinen gefunden werden und in den Suchergebnissen ranken. Darüber hinaus ermöglicht der Webhoster den Nutzern jederzeit einen schnellen und fehlerfreien Zugriff auf die gewünschten Inhalte. 

Webhosting und SEO haben daher das gemeinsame Ziel, Nutzern eine bestmögliche User Experience  zu ermöglichen. 

1. Erhöhe Deine Ladegeschwindigkeit

Die Ladegeschwindigkeit, auch Sitespeed genannt, ist seit 2010 ein offizieller Rankingfaktor von Google. Je schneller eine Webseite lädt, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese in den Suchergebnissen erscheint. Kurze Ladezeiten wirken sich positiv auf die Nutzerzufriedenheit und somit auch auf Conversions aus. Eine Studie des US-Webanalysten Soasta aus 2015 zeigt, dass schon eine 1 Sekunde kürzere Ladezeit Conversions um bis zu 27 Prozent erhöhen kann.

Kurze Ladezeiten können  außerdem das Crawling einer Webseite begünstigen, wie John Müller von Google in einem Hangout im April 2016 bestätigt hat. Der Googlebot hat generell nur ein begrenztes Budget zum Erfassen und Indexieren einer Seite. Je länger eine Webseite beim Crawlen für das Laden benötigt, desto weniger Seiten kann der Bot insgesamt indexieren. 

Folgende Maßnahmen helfen Dir dabei, die Ladegeschwindigkeit zu erhöhen:

  • Komprimiere Bilder und Grafiken: Bilder und Grafiken sollten grundsätzlich verlustfrei als JPEG auf dem Server gespeichert werden. Kleinere Grafiken mit weniger als 10x10 Pixel lassen sich als GIF speichern. Die Komprimierung von Bilddateien lässt sich mit herkömmlichen Programmen wie Adobe Photoshop oder Gimp durchführen.  
  • Komprimiere Deine Webseite: Dateien einer Webseite lassen sich mittels einer Kompressionsmethode mit gzip komprimieren. In der Regel kann die gzip-Komprimierung mit den Apache-Modulen mod_deflate oder mod_gzip durchgeführt werden. Hierfür müssen zusätzliche Codezeilen in das jeweilige Apache-Modul eingefügt werden. Außerdem muss die .htaccess-Datei entsprechend angepasst werden. Nach den Anpassungen startest Du den Server neu.
  • Reduziere die Antwortzeiten des Servers (Time to first byte): Die Antwortzeiten können zum Beispiel mit serverseitigen Cache-Funktionen verringert werden. Darüber hinaus solltest Du prüfen, ob Extensions sowie Plugins der Grund für die hohen Antwortzeiten des Servers sind. Ein guter Webhoster kann Dir bei der Suche nach “Geschwindigkeitsbremsen” und der Optimierung deines Webservers helfen.
  • Verringere http-requests: Ruft ein Nutzer eine Webseite auf, erfordert jedes CSS-Element oder JavaScript-Element eine eigene http-Anfrage beim Server. In der Regel lassen sich maximal acht solcher Anfragen parallel durchführen. Liegt die Zahl darüber, verzögert sich der Seitenaufbau, weil zunächst alle Elemente geladen werden müssen. Du kannst die Zahl der http-requests schließlich reduzieren, indem Du die CSS- oder JavaScripte zu sogenannten „Sprites“ bündelst. Diese Elemente werden zwischengespeichert und müssen bei einem weiteren Seitenaufruf nicht erneut geladen werden. Eine Alternative dazu ist auch Prefetching oder Prerendering. Damit lassen sich statische Dateien in den Browsercache laden.
  • Reduziere den Quellcode: Sobald ein Client Deine Webseite laden möchte, liest er den Quellcode Zeile für Zeile durch. Unnötige Textelemente wie Leerzeichen oder Zeilenumbrüche verringern die Geschwindigkeit. Gleiches gilt für nicht benötigte Kommentare. Entferne diese Zeichen, um Page Speed zu gewinnen.
  • Reduziere Tracking-Codes oder Share-Buttons: Die meisten Tracking-Codes sowie Social-Share-Buttons werden als JavaScript implementiert. Je mehr Codes Du auf Deiner Webseite verwendest, desto höher wird die Ladezeit. Verwende deshalb am besten asynchrone Tracking-Codes. Sie ermöglichen, dass sich die Seite unabhängig von diesem JavaScript aufbaut. Überlege genau, welche Social-Plugins Du wirklich benötigst und entferne alle überflüssigen.
  • JavaScript und CSS auslagern: JavaScript- und CSS-Dateien lassen sich auslagern. Hierfür werden die Dateien in eine separate Datei verlegt und separat vom HTML-Code der Webseite geladen. Inline-CSS sollte vermieden werden und Javascript am besten generell in eine separate Datei ausgelagert werden

Zum Messen der Seitengeschwindigkeit kannst Du das kostenlose Google PageSpeed-Tool verwenden.

2. Sorge für eine hohe Servererreichbarkeit

Das Internet zeichnet sich dadurch aus, dass Angebote und Informationen immer und überall abrufbar sind. Aus diesem Grund spielt die Servererreichbarkeit eine wichtige Rolle. Zum einen sorgst Du mit einer konstant erreichbaren Seite für eine gute User Experience. Zum anderen erhält Google ein positives Signal, dass Deine Inhalte für die Suchmaschine verfügbar sind. Eine längere Downtime kann hingegen dazu führen, dass eine Webseite vorübergehend schlechter ranken kann. 

Folgende Maßnahmen tragen zu einer höheren Servererreichbarkeit bei:

  • Prüfe im Vorfeld bei der Wahl des Webhosters, ob er transparente Angaben zur Servererreichbarkeit machen kann und eine SLA ausweißt.
  • Kontrolliere die Performances Deines Servers regelmäßig und handle schnell, wenn eine Downtime vorliegt.
  • Ist Dein Server öfter nicht erreichbar, solltest Du dringend Deinen Webhoster informieren und bei dauerhaftem Mangel den Hoster wechseln.
  • Verwende bei einem internationalen Auftritt ein Content-Delivery-Network, um auf der ganzen Welt schnelle Zugriffszeiten zu ermöglichen.

3. Verwende einen seriösen Hoster und nutze eine sinnvolle TLD

Shared Hosting ist für viele Webmaster eine praktische Möglichkeit, um eigene Webinhalte kostengünstig zu hosten. Allerdings solltest Du dabei berücksichtigen, dass Du die IP-Adresse in diesem Fall mit anderen Webseiten teilst. Wenn es sich dabei überwiegend um unseriöse Webseiten aus dem Porno- oder Glücksspielbereich, sowie um Spammer handelt, kann das für Deine eigene Webseite nachteilig sein. Google kann diese „Bad Neighbourhood“ negativ auslegen, wenn Deine IP-Adresse zum Beispiel von anderen Webseiten für illegale Inhalte oder Spam genutzt wird. 

Wähle den Webhoster deshalb mit Bedacht aus. Prüfe im Vorfeld, welche Seiten auf seinen Servern gehostet werden. 

Gleiches gilt auch bei der Wahl der Top-Level-Domain (TLD):

  • Führe eine IP-Abfrage mit BING durch. Damit werden alle Webseiten aufgelistet, die auf der gleichen IP-Adresse gehostet werden. Gib hierfür “ip:[die IP-Adresse Deiner Seite]” in die Suchleiste ein und starte die Suche.
  • Informiere Dich über den ausgewählten Webhoster und ermittle, über welche Sicherheits- oder Trust-Zertifikate er verfügt.
  • Wähle eine TLD, die zum jeweiligen Land passt, in welchem Du Dein Hauptgeschäft hast, zum Beispiel .de für Deutschland.

4. Versuche Dein Projekt auf einer eigenen IP zu hosten

Das Problem des Shared Hosting wurde bereits im vorherigen Punkt angesprochen. Um derartige Issues zu vermeiden, solltest Du Deine Webseite am besten auf einer eigenen IP und einem dedizierten Server hosten. 

Vorteile mit eigener IP und dediziertem Server:

  • Du zeigst Suchmaschinen wie Google, dass Du kein Spammer bist, der sich bei einem Shared Hoster versteckt.
  • Du hast die Möglichkeit, individuelle Server Präferenzen für Deine Webseite beim Hoster festzulegen.
  • In der Regel profitierst Du von einem besseren Support bei Serverproblemen.
  • Du kannst verschiedene Webseiten aus Deinem Portfolio dort anlegen und auf Deinem Server verwalten. 

5. Verwende https

Seit August 2014 ist die https-Verschlüsselung von Webseiten ein Google Rankingfaktor. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, die eigene Webseite auf https umzustellen. Für die Nutzer bietet das Zertifikat zudem die Sicherheit, dass die Verbindung zum Server verschlüsselt ist und nicht von Dritten eingesehen werden kann. Das ist umso wichtiger, wenn auf Deiner Webseite Kundendaten eingegeben werden. 

Neben diesen Sicherheitsfeatures ist es darüber hinaus wichtig, allgemein auf die Webserversicherheit zu achten: 

  • Installiere ein https-Zertifikat auf Deinem Webserver.
  • Prüfe die Serversicherheit des Hosters. Trifft er spezielle Vorkehrungen? Wird eine Webseite gehackt, kann das negative Auswirkungen auf das Ranking haben.
  • Verwende die Google Search Console, um über Hacks informiert zu werden.
  • Bedenke bei der Umstellung auf https, dass Du einen 301-redirect von der unsicheren auf die sichere Verbindung setzt. Verweise mit Canonical-Tags ebenfalls auf die https-Version als kanonische Seitenversion.

Fazit

Nachhaltiges SEO basiert auf funktionierenden Webseiten und hochwertigem Content, der Nutzern einen Mehrwert und eine Lösung für ihre Suchintention bieten. Nicht unterschätzt werden sollte das Webhosting als elementar für den Erfolg von SEO, denn letztlich nützen hervorragende Inhalte nicht, wenn der Webhoster keinen konstanten Zugang zu diesen Ressourcen bieten kann. Jede SEO-Strategie sollte deshalb auch das Webhosting als Optimierungs-Aspekt mit berücksichtigen. Somit beginnt SEO mit der Wahl des besten Webhosting-Pakets. 


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