11.09.2017

Augmented Reality Vol. 2: Im Marketing

Nettes Gimmick oder außergewöhnliche Strategie?


Augmented Reality hat sich inzwischen in vielen Bereichen durchgesetzt. Die realitätserweiternde Technik trägt zur Verbesserung der Kommunikation bei.

Gerade für den Kommunikationsbereich eröffnen sich durch Augmented Reality ganz neue Möglichkeiten zur Erstellung und Vermittlung vielseitiger Inhalte. Produkte können lebendig inszeniert, digitale Informationen mit realen Objekten verbunden und Verborgenes sichtbar gemacht werden.

Welche Vorteile bietet Augmented Reality für Unternehmen?

Augmented Reality wird schon jahrelang in der Industrie verwendet: Angefangen beim Engineering, Design und in der Produktion, bis hin zum Verkauf und der Wartung von Produkten. Inzwischen hat es auch Eingang im Marketing gefunden – und das nicht nur im Automotive-Bereich.

Aus dem Informationsangebot ist eine regelrechte Informationsflut geworden: Eine Unmenge an nicht selektiertem Content trifft täglich bei den Rezipienten in Kommunikation- und Marketing-Abteilungen ein, hinzu kommen die traditionellen Massenmedien wie Fernsehen, Radio und Printmedien. Ziel des Marketings ist es also, mit dem eigenen Auftreten die meiste Aufmerksamkeit zu erlangen – und das am besten über alle verfügbaren Medien.
Mithilfe von Augmented Reality werden Inhalte nicht nur passiv, sondern aktiv konsumiert, sie werden bewusster wahrgenommen und erlebt, da die visuellen und haptischen Inhalte sich ergänzen. 

Das Marketing-Werkzeug der Zukunft

Wie für jedes andere Medium im Content-Bereich braucht es auch für Augmented Reality ein gutes Konzept und vor allem sinnvolle und interessante Inhalte.
Im Zusammenhang von Augmented Reality mit qualitativem Content sprechen Nathalie Tschanz und Dirk Schart, die Autoren des Praxishandbuch Augmented Reality, von „Context Marketing“: interaktive Inhalte zur richtigen Zeit am richtigen Ort für die passende Situation liefern – und das in Echtzeit! So kann Content das Interesse der Nutzer wecken.
Ebenda heißt es weiterhin, dass Marketing- und PR-Verantwortliche mit Augmented Reality ein „Werkzeug für crossmediale und integrierte Kommunikation“ zur Hand bekommen. Warum nicht die Vorteile der disziplinübergreifenden Instrumente nutzen und alle Bereiche integrieren?

Fünf Gründe, warum sich Augmented Reality im Marketing wirklich lohnt

Egal, ob es das neue Smartphone oder das Auto ist: Die Produkte werden immer komplexer und es braucht sinnvolle Hilfestellungen, die Dinge zu verstehen.
Wie schon im Automotive-Bereich vorgelebt, stehen auch anderen Branchen eine Vielzahl an Möglichkeiten durch Augmented Reality offen: 

  1. Informationsbeschaffung in Echtzeit
    Die Zeit, die ein Nutzer benötigt, um Informationen zu erhalten – also die „Time-to-Content“ – stellt häufig das größte Problem dar: Ist die Seitenladezeit eines Internetauftritts zu lang oder der Inhalt nicht interessant gestaltet, verlassen potenzielle Kunden Websites schnell wieder. Dank Augmented Reality kann die Time-to-Content so stark reduziert werden, dass Informationen in Echtzeit vermittelt werden können. Das Blättern in langweiligen Produktbroschüren könnte damit der Geschichte angehören. 
  2. Kombination der Sinne: Produktvirtualisierung
    Dank Augmented Reality müssen Produkte nicht mehr länger in Form uninteressanter Broschüren oder langatmiger Erklärungen präsentiert werden, sondern können vom Kunden selbst erlebt werden. Dies spart nicht nur Arbeitsaufwand, sondern bindet den Kunden anders in die Beratung und den Verkauf mit ein, als die bisherigen Lösungen. Der Kunde kann Produkte ganz neu wahrnehmen. 
  3. Schon heute das Produkt von morgen verkaufen
    Produkte können so realitätsnah dargestellt werden – und das nicht nur für den visuellen, sondern auch für den haptischen Sinn – dass Sie schon vor Verkaufsstart vom Kunden erlebt und gekauft werden können, ohne dass es eines Prototyps bedarf.
    Auch bei individuellen, auf den Kunden angepassten Produkten bietet sich Augmented Reality optimal an, da das Produkt vor dem Kauf nicht erst angefertigt werden muss, damit der Kunde es wahrnehmen kann.
  4. Die gesamte Produktpalette immer mit dabei
    Vor allem an Orten, an denen nicht viel Platz zur Verfügung steht, wie zum Beispiel auf Messen, macht es Augmented Reality möglich, dem Kunden das Produktportfolio angemessen und in vollem Umfang zu präsentieren.
  5. Deterritorialisiertes Shopping
    Mithilfe von QR-Code-Scannern können zum Beispiel Werbeanzeigen in Zeitschriften oder auf Plakaten von Smartphones erkannt werden. Die Produkte können auf diese Weise mit einem Klick vom Konsumenten erlebt und anschließend gekauft werden. Gerade im Hinblick auf Impulskäufe bietet dies den Verkäufern neue und erfolgsversprechende Möglichkeiten. 

Vielleicht stehen wir mit Augmented Reality am Anfang der Eroberung einer neuen Marketing-Welt. Gewiss ist aber, dass sich durch Augmented Reality neue interessante Möglichkeiten ergeben, um sich von der Informationsflut abzusetzen und neue Maßstäbe zu setzen. Informationen können individuell für den potentiellen Käufer aufbereitet und personalisiert zur Verfügung gestellt werden und so bei diesem einen Überraschungseffekt auslösen. Es gilt: Je komplexer das Produkt, desto sinnvoller der Einsatz von Augmented Reality.

Quelle:
«Praxishandbuch Augmented Reality für Marketing, Medien und Kommunikation» von Dirk Schart und Nathaly Tschanz, 2015, UVK Verlag.


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