04.10.2017

Augmented Reality Vol. 3: Context Marketing

Content und Context: die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort.


Es gibt kein Vorbeikommen mehr an Blogs oder Branchenmagazinen. Gerade im Marketing bleibt der Content König. Doch wir denken weiter: Nicht nur auf die Inhalte kommt es an, sondern auch auf den Context, in den die Inhalte eingebettet werden!

Wie nehmen Menschen Content wahr?

Durch die Revolution, die Digital- und Onlinemedien durchleben, verändern sich nicht nur die Medien selbst. Das Verhalten der Rezipienten verändert sich mit und passt sich an neue Gegebenheiten an. Das veränderte Nutzerverhalten nimmt wiederum Einfluss auf die Weiterentwicklung der Medien und bildet einen Kreislauf aus Medienentwicklung, Content-Wahrnehmung und Medienkonsum.

Augmented Reality kombiniert die Sinne

In der visuellen Kombination steht der Sehsinn im Vordergrund, ergänzt durch akustische Informationen. Mit Augmented Reality kann zudem noch die Haptik kombiniert werden. Die haptische Wahrnehmung, also der Tastsinn, ermöglicht es den Nutzern, Objekte zu erfühlen (z.B. Größe, Oberfläche). Die Wahrnehmung von Dingen ist dabei jedoch nicht alles und nicht das eigentliche Ziel. Unser Gehirn muss das Wahrgenommene als interessant einstufen, damit wir uns weiter damit beschäftigen. Kann es mit Augmented Reality auf Anhieb gelingen, den Content ins Bewusstsein der Nutzer zu bringen und diesen dann zur Interaktion zu bewegen? Neben vorhandenem Wissen und bereits gemachten Erfahrungen spielt also auch die Aktivierung der Sinne eine große Rolle. Gleichzeitig muss es für den User so einfach wie möglich sein, sich mit den angebotenen Inhalten zu befassen. Neben dem Content gehört folglich auch ein intuitives Bedienkonzept dazu und damit auch die sinnvolle Einbettung in einen Context.

Augmented Reality – Science-Fiction für Marken

Die Inhalte von Augmented Reality werden mit mehreren Sinnen erfasst und lösen durch Interaktion und Animation motorische Aktivitäten aus. Sie werden bewusst wahrgenommen und erlebt. Visuelle und haptische Inhalte ergänzen sich, da die Hand ertasten möchte, was das Auge sieht. Der Neuromarketing-Forscher Hans-Georg Häusel beschreibt, dass sich die verschiedenen Wahrnehmungskanäle gegenseitig beeinflussen und dass Botschaften, die zeitgleich über verschiedene Wahrnehmungskanäle eingespielt werden, vom Gehirn um ein Mehrfaches verstärkt werden. In der Neurowissenschaft wird dieser Effekt Multisensory Enhancement genannt.

Augmented Reality und Informationsaufnahme

Der Vorteil von Augmented Reality besteht für den Konsumenten darin, dass er sich durch die Miteinbeziehung eines weiteren Sinnesorgans weniger anstrengen muss; die Wissensaufnahme wird also vereinfacht. Außerdem wird ein größerer Erlebnis- und Unterhaltungswert geschaffen als dies bei rein sprachlichen Informationen gegeben ist. Im Marketing- und PR-Bereich können die Konsumenten auf diese Weise ganz anders angesprochen und so auch ganz anders aktiv werden. Informationsaufnahme ist über Bildkommunikation einfacher als über Textkommunikation. Aber gerade bei der Darstellung abstrakter Zusammenhänge oder komplexer Sachverhalte kann man mit Bildkommunikation an Grenzen stoßen. In der Augmented Reality können diese Komponenten kombiniert werden und ein Bild kann zum Verständnis schwieriger Zusammenhänge beitragen, ähnlich wie es sich bei Bewegtbildern in Verbindung mit Audiomaterial verhält. Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sieht in Augmented Reality die Zukunft.

Auf den Punkt gebracht: Wo liegt also der Mehrwert für Anbieter und Kunde? 

  • Neue und andersartige Erfahrung mit dem Produkt
  • Die Realität kann in Echtzeit mit virtuellen Objekten erweitert werden
  • Mit Augmented Reality kann Content personalisiert dargestellt werden und beim Kunden einen Überraschungseffekt auslösen

Es reicht nicht mehr aus, nur möglichst viele Inhalte zu erstellen, um damit potenzielle Kunden zu erreichen. Das Angebot an Informationen hat sich zu einer regelrechten Flut entwickelt, die kein Rezipient mehr durchsteigt. Der wertvolle Content findet kaum noch Beachtung, da er von unwichtigen Inhalten nicht mehr selektiert werden kann. Augmented Reality stellt einen sinnvollen und interessanten Weg dar, Kunden auf innovative Art zu erreichen und so die eigene Marke erfolgreich zu machen.

Quelle: Praxishandbuch Augmented Reality für Marketing, Medien und Kommunikation» von Dirk Schart und Nathaly Tschanz, 2015, UVK Verlag.


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