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Bewegung im Streit um mögliche Namenskollisionen

Die ICANN nimmt Abstand von ihrem Plan, die Bewerbung für verschiedene new gTLDs auszusetzen. In ungünstigen Fällen dürfen aber tausende Adressen zum Start einer Endung nicht angeboten werden. Für viele Bewerber sind das trotzdem gute Neuigkeiten.


Im August hatte ICANN die Bombe platzen lassen: Jede fünfte der geplanten neuen Domain-Endungen könnte die Stabilität im Domain Name System (DNS) gefährden. Zu diesem Ergebnis war eine Studie gekommen, die sogenannte "Namenskollisionen" zwischen den neuen Domain-Endungen und nicht-öffentlichen Domainnamen, die zum Beispiel in einigen internen Firmen-Netzwerken verwendet werden, untersucht hat. Rund 20 Prozent der geplanten TLDs stuften die Autoren als unbestimmtes und 80 Prozent als geringes Risiko ein. Für die erste Gruppe, so die Empfehlung der ICANN, sollten weitere Studien angelegt werden. Bis dahin sollten die Bewerbungen ruhen. In der darauf folgenden Debatte hagelte es teilweise harsche Kritik an dem Plan. TLD-Bewerber störten sich vor allem an der neuerlichen Verzögerung des Programms. Unternehmensvertreter auf der anderen Seite warfen ICANN wiederum vor, die Zeitspanne, sich öffentlich zu dem Verfahren zu äußern, sei zu kurz gewesen. Während des Urlaubsmonats August hätten die Firmen nicht genügend Zeit gehabt, um zu testen, ob sie von dem Problem betroffen seien.

ICANN will allgemeinen Plan entwickeln lassen

In einem neuen Vorschlag, den ICANN im Oktober vorstellte, versucht die Organisation jetzt, beiden Parteien gerecht zu werden. Anhand weiterer Untersuchungen soll ein "New gTLD Collision Occurrence Management Framework" entwickelt werden. Dieses Rahmenwerk soll verschiedene Kenngrößen benennen, um die Wahrscheinlichkeit und Schwere einer Namenskollision einzuschätzen – und Empfehlungen aussprechen, wie sie zu behandeln sind. Am Mittwoch gab ICANN bekannt, dass mit der Entwicklung jetzt begonnen werden soll. Inzwischen seien auch die Verträge für Registrys um entsprechende Passagen erweitert, heißt auf der ICANN-Webseite. Den new gTLD-Anwärtern wird unterdessen aber die Möglichkeit eingeräumt, ihre Bewerbung fortzusetzen. Zwischen der Unterzeichnung der Verträge mit ICANN und der Aktivierung der TLD muss aber eine Wartezeit von mindestens 120 Tagen eingehalten werden. Danach können die meisten Registrys ihre Domains anbieten, auch wenn das Rahmenwerk noch nicht vorliegt. Sie müssen aber bestimmte Second-Level-Domains blockieren, die vorher von ICANN festgelegt wurden. Je nach TLD könnten auf dieser schwarzen Liste einige tausend Domains stehen. Ein Großteil davon dürfte aber vermutlich nicht ins Gewicht fallen. Viele der Adressen stammen aus dem Versuchsaufbau der Ausgansstudie – dem sogenannten "Day in the life of the Internet" (DITL) – und enthalten Unterstriche oder andere Sonderzeichen und könnten daher "im echten Leben" ohnehin nicht registriert werden. Zahlreiche andere Testdomains bestehen aus bunt gewürfelten Zeichenketten, die mit einem Zufallsgenerator erstellt wurden – und sind daher für den Verkauf wahrscheinlich irrelevant.

Zwei Jahre Zeit, um Kollisionen zu melden

Jeder Bewerber erhält außerdem ein eigenes "Name collision occurence assessment" für jede TLD. Diese Abschätzungen enthalten Listen mit SLDs und verschiedene Strategien für den Fall einer Kollision:
  • die endgültige Blockade einer Domain
  • die vorübergehende Blockade einer Domain, bis die Ursache der Kollision geklärt und beseitigt ist
  • die Domain wird testweise betrieben
  • die Domain geht an die Partei, die von der Kollision betroffen ist
  • eine neue Maßnahme, die sich während dieser oder anderer Kollisionen ergibt
Für Firmen, die nachweisbar von einer Namenskollision betroffen sind, soll es in den ersten zwei Jahren nach dem Start einer TLD auch die Möglichkeit geben, eine Beschwerde einzureichen. Die Domain soll dann gegebenenfalls der Firma zugesprochen werden.

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