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Brasilien macht Internet-Verwaltung zum Thema

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff fordert Reformen in der Verwaltung des Netzes. Mehr als 100 Millionen Brasilianer sind inzwischen online, das Land kämpft aber noch immer mit Schwächen in seiner digitalen Infrastruktur. Dabei war Brasilien immer schon offen für Innovationen.


Dilma Rousseff will nach ihren eigenen Regeln spielen. Brasiliens Präsidentin gehört zu denjenigen, die besonders heftig auf die Enthüllungen im Überwachungs-Skandal der amerikanischen Geheimdienste reagiert haben: Zuerst sagte sie ein Treffen mit US-Präsident Barack Obama ab. Dann kündigte sie an, ein abhörsicheres E-Mail-System in ihrem Land aufzubauen. Zuletzt traf sie sich mit ICANN-CEO Fadi Chehadé, um die Zukunft der Internet-Verwaltung zu besprechen. Die Themen Datenschutz und Internet Governance durchdringen in Brasilien allmählich das öffentliche Bewusstsein. Zuletzt trafen sich Anfang des Monats Studenten und Wissenschaftler aus Deutschland, Brasilien und Argentinien an der Universität von São Paulo (USP), um über die Einführung der new gTLDs oder die Rolle von sozialen Netzwerken in politischen Prozessen zu sprechen. InterNetX hat die Veranstaltung gemeinsam mit der Forschungsgruppe für Internationale Beziehungen der Universität von São Paulo organisiert. Das Seminar war ein Teil des Deutsch-Brasilianischen Jahres, das das Auswärtige Amt unter anderem mit dem Goethe-Institut veranstaltet, um den Austausch in Wirtschaft und Forschung  zu fördern. Erst vor gut zwei Monaten war São Paulo Austragungsort der renommierten "World Hosting Days".

100 Millionen Brasilianer online

Durch den digitalen Aufschwung in Brasilien gewinnt das Netz im größten Land in Südamerika weiter an Bedeutung. Bis 2005 waren erst 17 Prozent aller Haushalte mit Computern versorgt. In diesem Sommer ging der 100 Millionste brasilianische Internetnutzer online. In den sozialen Netzwerken gehören die Brasilianer schon zu den fleißigsten Nutzern weltweit: Im Juni 2013 waren 76 Millionen brasilianische User auf Facebook angemeldet – nur in den USA gibt es mehr. Jeder sechste Hochschulabgänger in Brasilien wird inzwischen in einem IT-Unternehmen beschäftigt. Die Themen Datenschutz und Internet-Verwaltung durchdringen in Brasilien allmählich das öffentliche Bewusstsein. Foto: USP

Konferenz in Rio de Janeiro angekündigt

Trotzdem kämpft das Land noch mit einigen Schwächen in seiner digitalen Infrastruktur: Das Netz ist instabil und bricht von Zeit zu Zeit zusammen, gleichzeitig sind die Tarife verhältnismäßig hoch und nicht für alle Menschen bezahlbar. Dabei zeigte sich Brasilien in seiner Geschichte offen für technologische Innovationen: Schon 1982 hatten die Kunden der Banco Bradesco mit einer Art Proto-Typ des Online-Banking Zugriff auf ihre Konten. 1996 war die Bank eines von fünf Instituten weltweit, das Banking-Services über das Internet anbot – obwohl die meisten Brasilianer keinen Internet-Zugang hatten und ohnehin ihre Geschäfte mit Bargeld abwickelten. Auf der Fachkonferenz newdomains in München erklärte ICANN-CEO Fadi Chehadé, Rousseff habe eingelenkt, künftig ein Multi-Stakeholder-Konzept zu unterstützen. Brasiliens Präsidentin will die Kontroverse um die Internet-Verwaltung aber weiter vorantreiben. Am 23. und 24. April 2014 will sie in São Paulo eine internationale Konferenz ausrichten, in der es um die Zukunft der Internet-Verwaltung gehen soll. Bis dahin bleibt Südamerika vorerst das Zentrum für ICANN-Fragen: Vom 17. bis 21. November findet in Buenos Aires (Argentinien) das 48. ICANN-Meeting statt – auf dem die Organisation ihr 15-jähriges Bestehen feiern will.

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