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Debatte um Zwei-Zeichen-Domains

Die ICANN-Führung diskutiert in Singapur mit den Registrys über die Einführung von nTLD-Adressen mit zwei Zeichen. Nach einem Einspruch des Regierungsbeirats könnte das Verfahren weiter auf Eis liegen. Trotz eines möglichen Formfehlers.


Zwei Zeichen genügten, um eine Debatte zu entzünden. Auf dem aktuellen ICANN Meeting in Singapur diskutierten Vertreter der Registrys in einem Meeting mit dem Vorstand der Internet-Verwaltung über die Einführung von Second-Level-Domains mit zwei ASCII-Zeichen. Das Verfahren, um die Freigabe der kurzen Internet-Adressen wird seit Monaten diskutiert. Ursprünglich sehen die Vertragsvereinbarungen zwischen Registry und ICANN vor, dass Domains mit zwei Zeichen zunächst zurückzuhalten sind. Als Begründung führte ICANN Bedenken für die Sicherheit und Stabilität des DNS und mögliche Wettbewerbsnachteile auf. Die new gTLD Betreiber konnten aber einen Antrag auf Freigabe der Domains stellen, den ICANN nach Maßgaben der Registry Services Evaluation Policy (RSEP) abarbeitete.

Neues Verfahren soll Prozess vereinfachen

Im November verkündete ICANN, nach diesem Schema mehr als 60 Anfragen beantwortet und eine Vielzahl Domains unter mehr als 200 new gTLDs freigegeben zu haben. Gleichzeitig kündigte ICANN aber auch ein neues, vierstufiges Verfahren an, das den Freigabe-Prozess vereinfachen sollte:
  1. Die Registry reicht bei ICANN einen Antrag auf Freischaltung der Domains ein
  2. ICANN überprüft den Antrag und stellt ihn 30 Tage zur öffentlichen Diskussion
  3. ICANN benachrichtigt das GAC über den Antrag
  4. Gibt es keine berechtigten Einwände werden die Domains in einer Frist von sieben bis zehn Kalendertagen nach Ablauf der 30-tägigen Debatte freigegeben
Nach einem Brief des Governmental Advisory Committee (GAC) vom Januar 2015 steht der nun aber erneut auf der Kippe. Der Eingriff des GAC lieferte auf dem aktuellen ICANN-Meeting reichlich Gesprächsstoff. Kritik äußerten die Vertreter der Registrys unter anderem an der intransparenten Vorgehensweise. Es sei unklar, wie der Regierungsbeirat in Entscheidungen von ICANN eingreifen könne. Außerdem scheint dem Wunsch des GAC, den Prozess auf Eis zu legen, schon beigekommen worden zu sein, bevor es eine offizielle Entscheidung des ICANN-Vorstands gegeben habe. Strittig ist dabei vor allem eine wichtige Formalie: Bei einem offiziellen GAC Advice muss umgehend nach bestimmten Regeln reagiert werden. Im aktuellen Fall hat der Regierungsbeirat aber nur einen Brief geschrieben – und der allein macht noch keine Aktion erforderlich.

Fadi sucht diplomatische Lösung

ICANN-Chef Fadi Chehadé bemüht sich in Singapur um eine diplomatische Lösung. Er nehme den Brief des GAC sehr ernst, so wie jedes Schreiben aus der Community, sagte Chehadé im Treffen mit den Vertretern der Registrys. Natürlich verstehe er auch die Argumente der Registrys. Über das weitere Vorgehen stehe nun eine Antwort des zuständigen Chairmans aus, vorher werde es keine abschließende Entscheidung geben. Chehadé wehrte zugleich energisch Stimmen ab, die durch die Situation das new gTLD Programm in Frage stellten. Die Vertreter der Registrys machten sich in Singapur vor den ICANN-Verantwortlichen nachdrücklich für planbare und transparente Prozesse stark. Bis zu einer endgültigen Entscheidung müssen nTLD-Betreiber und Internet-Nutzer akzeptieren, dass zahlreiche kurze und eingängige Domains nicht verfügbar sind.

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