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Die 3 besten Domain-Strategien für mehrsprachige Webseiten

Wie könnte man ein weltweites Publikum besser erreichen als über das Internet? Wollen Sie mit Ihrer Website mehr globale Zielgruppen bedienen? Hier erfahren Sie, wie Sie mit einer cleveren Domain-Strategie mehrsprachige Websites erfolgreich aufbauen.


Mehrsprachige Website Architektur

Dank der vielfältigen Möglichkeiten im Internet können Unternehmer ihr lokales Business in ein globales Unternehmen mit Kunden auf der ganzen Welt verwandeln. Vor diesem Schritt gilt es jedoch, alle geschäftlichen und rechtlichen Aspekte zu prüfen, die mit der internationalen Geschäftstätigkeit und dem Onlineauftritt verbunden sind.

Wenn Sie sich nach einer sorgfältigen Geschäftsanalyse entschieden haben, dass es höchste Zeit ist, andere Länder, Regionen und Sprachen zu erobern, ist jedoch zunächst die Website vorzubereiten. Dazu muss eine mehrsprachige URL-Strategie frühzeitig mit eingeplant werden. Die folgenden drei Domain-Strategien sind unerlässlich, um eine erfolgreiche mehrsprachige Webseite aufzubauen.

Welche ist die beste Domain-Strategie für eine mehrsprachige Website?

Wer international erfolgreich sein will, muss ein breites Publikum erreichen. Suchmaschinen sind heutzutage der Ausgangspunkt fast aller Websuchen, und es gilt ihre Anforderungen im Hinblick auf internationales SEO zu berücksichtigen. Google selbst empfiehlt die Verwendung unterschiedlicher URLs für jede Sprache, anstelle einer Sprachweiche basierend auf Cookies oder Browsereinstellungen.

Die Optimierung der URL-Struktur ist daher eine Erfolg versprechende Lösung: Sie ist der bevorzugte länder- und sprachbezogene Faktor für Suchmaschinen und bietet Benutzern klar verständliche Informationen über den Inhalt.

Dabei sind grundsätzlich drei technische Strategien zu unterscheiden, bei denen Domains verwendet werden, um Suchmaschinen zu signalisieren, dass eine Webseite auf bestimmte Länder und Sprachen ausgerichtet ist. Die erste Methode verwendet Subdomains, die zweite Unterverzeichnisse, während die dritte Option auf ccTLDs setzt. Alle drei sind passende Optionen, um dedizierte Inhalte für ein bestimmtes Land und eine bestimmte Sprache zu erstellen. Und sie haben jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile. Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen.

1. Subdomains und gTLDs zur internationalen Ausrichtung

Eine geeignete Option zum Einrichten einer mehrsprachigen Webpräsenz ist, die Seite mithilfe von Subdomains zu strukturieren. Das bedeutet konkret, verschiedene Übersetzungen der Webseite unter einer URL anzulegen. Das könnte in der Praxis so aussehen:

it.IhreDomain.com

In diesem Beispiel repräsentieren die ersten beiden Zeichen den internationalen Sprachcode für Italienisch. Eine Subdomain verleiht dabei mehr Flexibilität. Im Grunde ist es so, als würde man eine zweite Website betreiben. Für jede sprachbasierte Subdomain können ein anderes Layout erstellt oder unterschiedliche Inhalte angeboten werden. Das ist ungemein praktisch, wenn in einem bestimmten Land verschiedene Produkte oder Dienstleistungen präsentiert werden sollen.

Da eine Subdomain eine eigenständige Webseite darstellt, ist bei der Verlinkung der internationalen Sprachversionen Vorsicht geboten: SEO-Optimierungen der Root- oder WWW-Domain werden nicht auf andere Subdomains übertragen.

Darüber hinaus kann sogenannter Duplicate Content (zu deutsch: doppelter Inhalt) problematisch sein, da die Hauptdomain wahrscheinlich besser rankt. In diesem Fall ist die Verwendung von Canonical Links und hreflang-Tags hilfreich. Andererseits ist diese Methode sehr flexibel und kann sowohl zur länderspezifischen als auch für die sprachbasierte Lokalisierung verwendet werden. Subdomains sind einfach einzurichten und Cookies können domainübergreifend genutzt werden, um eine reibungslose Benutzererfahrung zu ermöglichen.

Vorteile

  • Diese Methode ist einfach einzurichten.
  • Jede Subdomain verfügt über eine eigene IP-Adresse, die beispielsweise zur Geolokalisierung in der Google Search Console eingesetzt werden kann.
  • Außerdem können verschiedene Serverstandorte verwendet werden.
  • Jede einzelne Seite bleibt se­pa­rat und die jeweilige Identität erhalten, was wiederum wirksame Backlinks zwischen den verschiedenen Subdomains zulässt.

Nachteile

  • Es erfordert zusätzlichen Aufwand, Rankings für jede Subdomain zu erzielen.
  • Die Subdomain kann in einigen Fällen bei Besuchern für Verwirrung sorgen – als Beispiel ca.IhreDomain.com. Ist hier das Land Kanada oder die Sprache Katalanisch gemeint?

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2. Unterverzeichnisse und gTLDs für lokalisierte Inhalte

Die zweite Methode, um eine Website länderspezifisch einzurichten, ist beim www zu bleiben und alle internationalen Versionen unter dieser Webpräsenz zu platzieren. Unterverzeichnisse können dann beispielsweise mit der folgenden URL-Struktur erstellt werden:

IhreDomain.com/de

Hierbei handelt es sich sicherlich um eine der am häufigsten verwendeten Methoden, da die Implementierung in Bezug auf Ressourcen und Aufwand sehr effizient ist: eine einzelne Domain und mehrere Unterverzeichnisse für lokalisierte Inhalte reichen aus.

Aus SEO-Sicht sind Unterverzeichnisse einfacher zu verwalten, da das Risiko einer negativen Auswirkung auf die Sichtbarkeit der Webseite aufgrund doppelter Inhalte verringert wird. Die Page Authority und der Trust der Hauptdomain werden auf die Unterverzeichnisse weitervererbt. Sie müssen mit dieser Methode also nicht bei null anfangen!

Wenn auf der einen Seite das Geotargeting nicht stark ausgeprägt ist, da keine eindeutig länderbezogene Domain oder geotargeted IP verwendet wird, ist der Vorteil dieser Methode, von den Erfolgsfaktoren der Hauptdomain zu profitieren. Linkbuilding-Strategien und SEO-Maßnahmen können also auf eine Domain fokussiert werden.

Vorteile

  • Dies ist die einfachste Lösung in Bezug auf Einrichtung und Verwaltung, da im Grunde derselbe Host verwendet wird.
  • Der geografische Standort für jedes Unterverzeichnis kann in der Google Search Console festgelegt werden.

Nachteile

  • Technisch gesehen kann es für weniger versierte Anwender eine Herausforderung darstellen, alle Standorte sauber zu trennen.
  • Die einzelnen Serverstandorte festzulegen, kann herausfordernd sein.
  • Diese Methode erzeugt keine tatsächlich lokalisierte Version der Seite.
  • Ohne gezielte SEO-Maßnahmen treten möglicherweise Probleme beim Ranking in den Zielländern auf.

3. ccTLDs – das Spiel mit der lokalen Identität

Zielt man auf verschiedene Länder und Sprachen ab, sollte man als Erstes die Registrierung der respektiven Domains mit länderspezifischen Top-Level-Domains (ccTLD) in Betracht ziehen. Die strategische Verwendung von ccTLDs für eine mehrsprachige Website-Architektur gibt sowohl Suchmaschinen als auch Benutzern ein starkes Signal: Beide können bereits anhand der Domainendung das Herkunftsland erkennen. Aus diesem Grund setzen große Unternehmen wie Google, Amazon, eBay und Sixt auf diese Lösung und verwenden ccTLDs, um ihre internationalen Webpräsenzen aufzubauen.

Mit einer ccTLD kann die Nutzererfahrung mit einem lokalen Touch versehen und vollständig angepasst werden. Und Suchmaschinen erkennen so, welche Version sie in den lokalen Suchergebnissen anzeigen sollten. SEMrush schreibt hierzu, die ccTLD .cn könne ein wertvoller Vorteil sein, um in Baidu, der am häufigsten verwendeten Suchmaschine in China, zu ranken.

Der Nachteil dieser Methode liegt in den zusätzlichen Ressourcen, die benötigt werden. Es erfordert mehr Aufwand für die Infrastruktur und es müssen die nötigen Domains registriert werden – von deren Verfügbarkeit unter den verschiedenen TLDs ganz zu schweigen! Dabei ist auch zu beachten, dass die verschiedenen ccTLDs unterschiedlich strenge Registrierungsbedingungen stellen, ein mögliches Hindernis beim Registrieren aller Länderdomains. Um beispielsweise Domains unter der deutschen Top-Level-Domain .de zu registrieren, muss es sich beim Registranten um eine natürliche Person oder Organisation mit einer Präsenz in Deutschland handeln. Dagegen kann jedermann eine Domain unter der spanischen Endung .es registrieren. InterNetX bietet zudem einen Trustee Service an, der es ermöglicht ccTLDs zu registrieren, die bei anderen Anbietern möglicherweise nicht erhältlich sind.

Durch die Verwendung verschiedener ccTLDs werden dedizierte Cookies gesetzt, sodass die Informationen nicht automatisch domainübergreifend geteilt werden. So entsteht eine eigenständige Webseite, die allerdings gesondert gepflegt werden muss. Eine ccTLD kann eine exzellente Lösung für das Ländertargeting darstellen, aber Verwirrung stiften, wenn es um Sprachen geht. IhreDomain.de zielt offensichtlich auf Deutschland ab. Aber wie würde eine Lösung für die deutschsprachige Schweiz aussehen? Dieses Problem werden wir im nächsten Abschnitt behandeln.

Vorteile

  • Eindeutiges Geotargeting für Benutzer und Suchmaschinen.
  • Der Serverstandort ist nicht von Bedeutung.
  • Wirksame interne Verlinkungen sind möglich.
  • Websites können einfach getrennt und an eine vollständig lokale Benutzererfahrung angepasst werden.

Nachteile

  • Diese Methode bedeutet mehr Aufwand, da jede registrierte ccTLD eine separate Domain darstellt, die in Bezug auf Autorität und Vertrauen in Suchmaschinen neu bewertet und aufgebaut werden muss.
  • Aufgrund verschiedener nationaler Registrierungsbestimmungen ist es eventuell nicht möglich, Domains unter allen erforderlichen ccTLDs zu registrieren.

Multilinguale Webseiten und das Problem mit Ländern und Sprachen

Am Ende des Tages werden Sie vielleicht feststellen, dass Sie eine Mixtur aus den drei Methoden benötigen, um Ihre internationalen Ziele zu erreichen. Dies liegt daran, dass nicht jede Sprache eindeutig einem Land zugeordnet werden kann – und umgekehrt. Nehmen wir die deutsche Sprache als Beispiel. Möglicherweise müssen Sie Ihre Inhalte ins Deutsche übersetzen, bieten die Website jedoch in allen Ländern an, in denen Deutsch als Landessprache gesprochen wird, nämlich in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Belgien, Liechtenstein und Luxemburg. Das klingt ziemlich kompliziert, oder? Was können Sie in einer solchen Situation tun?

In diesem Fall könnte eine Lösung darin bestehen, die Website unter „www“ laufen zu lassen und eine Mischung aus ccTLDs und Unterverzeichnissen zu verwenden, um Land und Sprache gezielt anzusteuern. Alternativ lassen sich hierfür auch zwei (oder mehr) Unterverzeichnisse in der URL verwenden. Und was tun bei mehrsprachigen Ländern wie der Schweiz mit gleich vier Amtssprachen? Hier bietet es sich an, eine ccTLD zu verwenden und die Sprachen jeweils mithilfe von Unterverzeichnissen anzusteuern.

IhreDomain.ch/it
IhreDomain.ch/fr
IhreDomain.ch/de
IhreDomain.ch/rm

Mehrsprachige Strategien jenseits von Domains

Wenn Sie Ihre Webseite in eine andere Sprache übersetzen, gibt es über Domains hinaus verschiedene technische Methoden, um Suchmaschinen wie Google über die verschiedenen Versionen zu informieren.

Eine davon ist das hreflang-Tag. Dieses Attribut wurde 2011 von Google speziell für internationale Projekte eingeführt. Es gibt an, ob es mehr als eine Sprach- oder Länderversion einer Webseite gibt, um so Besuchern die passende Version anzuzeigen. Das hreflang-Attribut kann im <head>-Bereich jeder einzelnen Unterseite, im HTTP-Header oder im XML-Sitemap-Markup platziert werden. Das könnte in der Praxis wie folgt aussehen:

<link: rel="alternate": href="https://www.IhreDomain.com/cloudserver" hreflang="en-US"/>

<link: öffnet das Tag
rel="alternate": zeigt eine alternative Version des Inhalts an
href="https://www.IhreDomain.com/cloudserver": ist die URL des alternativen Contents
hreflang="en: ist der Sprachcode gemäß ISO 639-1, der für die Angabe der alternativen Sprachversion verwendet wird
-US": ist derer Ländercode im ISO 3166-1 Alpha 2-Format. Die Verwendung dieses Parameters ist optional. Dieses Tag kann verwendet werden, wenn auf einer Webseite sehr ähnliche Inhalte in derselben Sprache, jedoch für verschiedene Länder angeboten werden.
/>: schließt das Tag

Das hreflang-Tag wird angewendet, wenn eine Website in einer Sprache für verschiedene Zielländer angeboten wird. Das ist z. B. der Fall, wenn der Inhalt ins Deutsche übersetzt wird, jedoch zusätzlich eine andere Währung, Gesetzgebung und Versandkosten für die Schweiz berücksichtigt werden müssen. Zwar können auch hier eine Subdomain, ein Unterverzeichnis oder eine ccTLD verwendet werden, aber ohne das hreflang-Tag besteht das Risiko, dass die für Deutschland angedachte Webseite in der Schweiz ein besseres Ranking erzielt als die spezifische Schweizer Version mit Franken und Schweizer Rechtsbegriffen. Der Vorteil bei der Verwendung eines hreflang-Tags besteht darin, dass Nutzer nicht selbst nach der passenden lokalisierten Version suchen (und den zusätzlichen Klick ausführen) müssen, um die Sprache und/oder das Land zu wechseln.

Eine weitere Möglichkeit ist, einen Sprach-Parameter am Ende der URL hinzuzufügen. Hierbei sind keine zusätzlichen Änderungen an den Servereinstellungen erforderlich. Die URL könnte dann so aussehen:

IhreDomain.com/?lang=de

Werden ähnliche oder doppelte Inhalte in derselben Sprache unter verschiedenen URLs angeboten, ist es wichtig, die bevorzugte Version mit den Tags rel="canonical" und hreflang zu versehen. Suchmaschinen crawlen die kanonische Version und unerwünschte Effekte, z. B. aufgrund von Duplicate Content, werden vermieden.

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Welche Methode sollten Sie wählen?

Die richtige Methode zu wählen erfordert sorgfältige Abwägung und Zeit. Es gibt zahlreiche Ansätze, die Sie je nach Ihrer spezifischen Situation und Ihren Zielen anwenden können. Letztendlich hängt das immer von den jeweiligen Geschäftszielen und den Nutzererwartungen ab. Bei einer professionellen Domain-Strategie sollten Firmenkunden mit Trademark-Assets auf eine mehrsprachige Seitenarchitektur unter Verwendung von ccTLDs setzen.

Unser Rat: Versuchen Sie, so konsequent wie möglich vorzugehen. Vergessen Sie nicht, Usern eine benutzerfreundliche Methode zum Wechsel der Sprache bzw. des Landes anzubieten, falls diese dennoch auf der falschen Version landen oder eine andere bevorzugen sollten. Verwenden Sie die richtige Domain-Strategie, um URLs kurz und prägnant zu halten. Vermeiden Sie möglichst komplizierte IDs und Parameter und verwenden Sie, falls nötig, Keywords und lokalisierte URLs.

Finden Sie hier passende Domains

Und zu guter Letzt: Verwenden Sie lokalisierte Begriffe in der URL oder einen internationalisierten Domainnamen (IDN) der nicht dem lateinischen Alphabet entspringt? Für die mehrsprachige Website-Architektur ist das überhaupt kein Problem. Wichtig ist nur, die UTF-8-Codierung in der URL zu verwenden!


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