Die passende Domain kaufen und verkaufen: Sedo im Interview I Snapshot #11

Mittlerweile gibt es mehr als 300 Millionen Domains – Tendenz steigend. Sedo, der weltweit größte Marktplatz für Domains, bietet die Möglichkeit, bereits vergebene Domains zu erwerben, neue Domains zu registrieren oder im eigenen Besitz befindliche Domains zu parken oder zu verkaufen.


Um zu verstehen, wie genau das funktioniert und worauf beim Domain-Kauf geachtet werden sollte, hatten wir Christian Voss, den CMO der Sedo Holding GmbH, bei uns zu Gast. Er hat uns erklärt, wie die Auswahl und der Kauf einer Domain problemlos abgewickelt werden kann und lässt uns an ein paar kuriosen Geschichten teilhaben, die er in seiner langen Domain-Business-Zeit schon miterleben durfte.

Über 18 Millionen registrierte Internetadressen aus aller Welt stehen bei Sedo zum Verkauf. Damit ist Sedo die größte professionelle Handelsplattform für Domains. Hier können Nutzer Domains kaufen, verkaufen und parken. Außerdem besteht die Möglichkeit, schon vergebene Domains über Broker suchen zu lassen. Dafür hat Sedo Muttersprachler aus 22 Nationen im Team. Christian Voss hat uns auch gesagt, wie dieser riesige Domain-Marktplatz vor 19 Jahren entstanden ist und wie der Preis für eine Domain zustandekommen kann.

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03:13 Sedo: ,,Das Ebay für Domains”
05:55 Der typische Domainkunde
08:50 Domainparking & andere Services bei Sedo
15:14 Gibt es so etwas wie eine Domainpreisspanne?
17:02 Die Position von new gTLDs in der Kommunikationsstrategie
26:20 Domainverkauf & vorausschauendes Registrieren: So geht's  
30:47 Rechtliche Rahmenbedingungen im Domainhandel
32:54 Mehrwert einer Domain für Startups: Nicht am falschen Ende sparen!
34:25 Heute noch Domainhändler werden: Ist das noch lukrativ?
35:40 Domain als Wertanlage: Darauf sollte man achten
38:10 Skurrile Domains
40:21 Sedo als ,,neutraler Treuhand in der Mitte”

Der Domain-Kauf sollte jedoch nicht spontan erfolgen, sondern gut überlegt sein. Besonders wenn die Domain nicht nur zu privaten Zwecken, sondern für ein neu gegründetes Unternehmen verwendet werden soll, ist einiges zu beachten. Wir haben aus diesem Grund eine Checkliste für Sie angefertigt – von den ersten Überlegungen bis hin zur passenden Domain.

1. Den geeigneten Domain-Namen wählen

Am Anfang jedes Domain-Kaufs steht natürlich die Frage nach dem passenden Domain-Namen. Hier sollte man sich darüber im Klaren sein, was mit der neuen Webseite erreicht werden soll. Ist eine reine Informationsseite geplant oder doch ein Online-Shop? Welche Produkte werden verkauft? Agiert mein Unternehmen national oder international? Die Antworten auf diese Fragen beeinflussen die Wahl des Domain-Namens erheblich. Generell sollte man sich Gedanken über die TLD und die Second-Level-Domain machen. Je nachdem ob das Unternehmen national oder international agiert, kann eine .DE- oder eine .COM-Domain sinnvoll sein. Handelt es sich um ein hauptsächlich in Bayern aktives Unternehmen kann zum Beispiel auch eine .BAYERN-Domain passend sein – oder eine .INFO-Domain für reine Informationsseiten, eine .SHOP-Domain für Online-Shops usw. Die Second-Level-Domain richtet sich nach dem individuellen Unternehmensnamen oder Produkt. Auch wenn das nicht immer einfach ist, weil mittlerweile viele Domains schon vergeben sind, sollte der Name am besten etwas mit dem Unternehmen zu tun haben – dies erleichtert auch ein gutes Google-Ranking.

2. Prüfen, ob der Name bereits vergeben ist?

Wenn der Wunsch-Name gefunden ist, muss im nächsten Schritt geprüft werden ob,

  • der Name schon vorhanden/vergeben ist,
  • mit dem Namen eventuell Markenrechte verletzt werden. 

Grundlegende Informationen findet man schnell über die einfache Google-Suche. Abgesehen davon sollten aber auch einschlägige Datenbanken gecheckt werden. Hierzu zählen unter anderem das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA), das Amt der Europäischen Union für Geistiges Eigentum (EUIPO) oder die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO). Ist das Expertenwissen bezüglich rechtlicher Gegebenheiten nicht vorhanden, lohnt es sich, einen Fachmann zu kontaktieren.
Falls die gewünschte Domain bereits vergeben ist, kann sie dem aktuellen Inhaber unter Umständen direkt abgekauft werden. Die besten (und günstigsten) Chancen hat man hier natürlich, wenn die Domain nicht bereits für ein bestimmtes Projekt verwendet wird. Hierfür kann man im Whois den aktuellen Inhaber ausmachen und kontaktieren. Eine weitere Möglichkeit zur Domain-Findung besteht auch im Einbinden eines passenden Keywords an (Tesla hat zum Beispiel zuerst die Domain „TeslaMotor.COM“ benutzt, weil Tesla.COM bis 2016 vergeben war). Daneben gibt es noch viele weitere Strategien, die verfolgt werden können, wenn der gewünschte Domain-Name bereits vergeben ist.

3. Den passenden Hoster suchen

Um die gewünschte (und hoffentlich freie) Domain nun nutzen zu können, muss eine Anmeldung bei der zuständigen Registrierungsstelle erfolgen – dies übernimmt in der Regel ein Webhoster. Hier sollte man seine individuellen Bedürfnisse analysieren und dann die Hoster vergleichen. Besonders wichtig sind hierbei Beratung und Support durch den Hoster. Denn für die Umsetzung eines Webseiten-Projekts braucht man immer auch einen Server oder zumindest Speicherplatz auf einem Server. Da geht es dann um Verfügbarkeiten, Ausfallzeiten und Leistung – Themen, die am besten mit dem Anbieter besprochen werden.

4. Schauen, ob die Domain automatisch verlängert wird

Nach der Registrierung ist der Prozess noch nicht endgültig abgeschlossen. Zumindest sollte geprüft werden, ob sich die Domain automatisch verlängert oder man selbst eingreifen muss. In der Europa ist Ersteres der Fall. Wenn nicht, darf die Verlängerung aber keinesfalls übersehen werden, wenn man die Domain behalten möchte.

Neben diesen Punkten spielen bei der Auswahl des geeigneten Domain-Namens auch Marketing- und SEO-Aspekte eine Rolle. Der Domain-Name sollte möglichst einprägsam sein, um im Gedächtnis der Kunden zu bleiben, viel Traffic auf die Seite zu bringen und gut bei Google zu ranken. Aus diesen Überlegungen schließt sich, dass der Domain-Kauf keine Sache von fünf Minuten ist, sondern gut überlegt sein sollte. Von den Vorüberlegungen zum passenden Namen über die Prüfung der Verfügbarkeit bis hin zur Wahl des geeigneten Hosters ist es ein langer Weg, der jedoch am Ende mit einer genau passenden und gewinnbringenden Domain für das eigene Business belohnt wird.


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