Fakt oder Fiktion: Die 10 größten Domain-Mythen

Domains begleiten uns bereits seit über zwei Jahrzehnten durch das World Wide Web. Es ist also wenig verwunderlich, dass mit der Zeit der ein oder andere Mythos rund um den Begriff “Domain” entstanden ist. Doch sind diese Irrtümer und Mythen tatsächlich wahr? Oder handelt es sich nur um hartnäckige Gerüchte? Um dem auf den Grund zu gehen, haben wir die 10 größten Domain-Mythen einmal genauer unter die Lupe genommen!


Als weltweit einmaliger und eindeutiger Name einer Website werden Domains jeden Tag millionenfach in die Adresszeilen von Browsern eingegeben – und das in den unterschiedlichsten Variationen. Alleine die Vielzahl an möglichen Domainendungen, den sogenannten Top-Level-Domains (TLDs), machen aus Domains eine Wissenschaft für sich.

 

Diese Vielseitigkeit dürfte auch der Grund sein, warum sich bis heute unzählige Mythen um den Begriff ranken – die nicht selten auf Halbwahrheiten oder reiner Spekulation beruhen. Doch damit ist jetzt Schluss! Denn wir haben für Sie die größten Domain-Mythen zusammengestellt:

Mythos 1: “Für eine passende Domain muss ich tief in die Tasche greifen”

Angebot und Nachfrage bestimmen bekanntlich den Preis – das gilt natürlich auch für den Domainmarkt. Kurze, einprägsame Namen sowie aktuelle Themen und Trends verzeichnen folglich in der Regel deutlich höhere Preise. Gerade hinsichtlich Domains mit aktuellem Bezug empfiehlt es sich daher, potenzielle Themen und Trends vorab zu erkennen und entsprechende Domains proaktiv zu registrieren, um so von günstigen Preisen profitieren zu können. Somit kann dem Mythos, dass passende Domains auch immer teuer sind, zumindest teilweise widersprochen werden.

Mythos 2: “Die neuen Top-Level-Domains sind nicht in der Praxis angekommen”

Aktuell stehen über tausend neue Top-Level-Domains (new gTLDs) zur Auswahl, darunter .APP, .MUSIC oder .XYZ. Jedoch erwecken Unternehmen durch die Nutzung der gängigen .COM- oder .DE-TLDs den Anschein, dass die neuen Top-Level-Domains kaum verbreitet sind – zumindest aus deutscher Sicht. Dabei setzen heute auch bekannte Unternehmen vermehrt auf new gTLDs. Und auch die über 25 Millionen Domain-Registrierungen unter neuen Top-Level-Domains seit Einführung sprechen deutlich für sich.

Verteilung der new gTLDs in %
Quelle: nTLDStats

Mythos 3: “Neue Top-Level-Domains versprechen größere Erfolge”

Zwar bieten die neuen Top-Level-Domains einige besondere Vorteile, bspw. sind in diesem Bereich noch mehr Domains verfügbar als dies bei herkömmlichen TLDs der Fall ist, nichtsdestotrotz ist der Erfolg bzw. Misserfolg einer Domain nicht – zumindest nicht nur – von der Wahl der TLD abhängig. 

Mythos 4: “Google rankt neue Top-Level-Domains schlechter”

Laut Google gibt es bis dato keine Priorisierung gewisser Domainendungen, zumindest nicht in Bezug auf generische Top-Level-Domains. Das Ranking in einem speziellen Land, z. B. Deutschland, kann durch die zugehörige länderspezifische Top-Level-Domain (ccTLD), in diesem Fall .DE, positiv beeinflusst werden.

Mythos 5: “SEO-technisch sollte auf eine .COM-Domain gesetzt werden”

.COM ist bis heute die beliebteste Domainendung der Welt. Alleine deshalb existiert bei vielen Menschen der Irrglaube, dass mit einer .COM-Domain ein besseres Google-Ranking möglich wäre. Wie bereits in Mythos 4 erwähnt, macht Google bei generischen TLDs diesbezüglich aber bislang keine Unterschiede.

Mythos 6: “Die Zeiten der .COM-TLD sind vorbei”

Während sich viele Stimmen für die Verwendung einer .COM-TLD aussprechen, werden ebenso vereinzelt Stimmen gegen die Domainendung laut. Auch hier kann jedoch mit der andauernden Beliebtheit von .COM-Domains argumentiert werden: Noch immer werden unter der .COM-Endung die meisten Domains registriert. Trotzdem gilt es natürlich, die immer beliebter werdenden new gTLDs im Blick zu behalten.

Mythos 7: “Meine Domain lässt sich bei Bedarf problemlos ändern”

Grundsätzlich ist die Änderung einer Domain oder Domainendung jederzeit möglich, insofern sie noch verfügbar ist bzw. übernommen werden kann. Aber Vorsicht: Durch eine Änderung der Domain können wertvolle Rankings in Suchmaschinen verloren gehen, da die Indexierung neuer Domains einige Zeit in Anspruch nimmt. Um dieser Problematik vorneherein zu entgehen, sollte stattdessen die Registrierung zusätzlicher Domains in Betracht gezogen werden, z. B. für bestimmte Produkte, Marketing-Kampagnen usw. – das sorgt auch für mehr Präsenz online.

Mythos 8: “Pro Zielmarkt ist eine individuelle, länderspezifische Top-Level-Domain notwendig”

Unter Umständen könnten Unternehmen, die weltweit aktiv sind, die Registrierung mehrerer Domains mit entsprechender ccTLD in Betracht ziehen. In erster Linie ist dies zwar nicht zwingend erforderlich, da prinzipiell auch entsprechende Unterordner ergänzt werden könnten, die zu den jeweiligen Versionen führen, aber: Für Suchmaschinen ist es immer noch die beste Lösung, für jede Sprache bzw. jedes Land eine eigene Präsenz unter einer individuellen ccTLD aufzubauen.

Mythos 9: “Social-Media-Profile sind die neuen Domains”

Die Nutzerzahlen von Facebook, Instagram und Co. wachsen kontinuierlich. Aber stimmt es, dass Social-Media-Profile klassischen Domains immer gefährlicher werden? Die Antwort ist nein. Vielmehr sind soziale Medien ein gern gesehener Zusatz für den Benutzer: Hier findet er erste Informationen zum Unternehmen, für weitere Details gelangt er per Link im Social-Media-Profil auf die entsprechende Website. Außerdem dürften Unternehmen Domains bevorzugen, da hier im Gegensatz zum Social Web eine vollständige Kontrolle gewährleistet werden kann. Ziel sollte daher immer sein, den Traffic von den sozialen Medien auf die eigene Webseite zu leiten. Denn, ist das mühsam aufgebaute Profil aufgrund eines Umstands erst einmal gelöscht oder ändert der Anbieter seine Richtlinien, hat man keine Garantie auf die weitere Verwendung des Profils. 

Mythos 10: “Der Handel mit Domains ist unzulässig und unmoralisch”

Keine Sorge: Gegen den Handel mit Domains ist weder rechtlich noch moralisch etwas einzuwenden. Wichtig bei der Registrierung einer Domain ist es nur, die Marken- und Namensrechte Dritter nicht zu verletzen. Ungewiss ist – ähnlich wie auch im Aktienhandel – , ob mit dem Verkauf der jeweiligen Domain tatsächlich ein hoher Betrag erzielt werden kann bzw. ob bei Käufern Interesse besteht.

 

Sie sehen: Bei einem Großteil der Mythen über Domains handelt es sich um hartnäckige Gerüchte. Trotzdem sollten Interessenten und Domaininhaber stets einen Blick auf die aktuellen Geschehnisse im Domainbereich haben – nur so stehen Sie auf der sicheren Seite.

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