25.10.2017

Finanzierung von Webseiten durch Krypto-Miner – und wie Sie das verhindern können

Krypto-Miner könnten dauerhaft die nervige Werbung auf Webseiten verhindern, für Besucher wird das aber teuer.


Die Finanzierung von Webseiten gestaltet sich immer schwieriger, nur wenige Kunden sind bereit, für Inhalte zu bezahlen. Bislang gab es zwei erfolgreiche Möglichkeiten, Internetauftritte zu finanzieren. Werbung, als eine der beiden, ist hier bislang noch das beste und einfachste Modell: Durch die Anzeige von Werbebannern wird mit jedem Klick Geld verdient. Die Banner werden von Besuchern aber immer häufiger geblockt und stellen deshalb keine sichere Einnahmequelle mehr dar. Die andere Möglichkeit besteht in der Verwendung von Paid-Modellen, die den Nutzer direkt zur Zahlung auffordern. Nun gibt es seit einigen Monaten eine dritte Möglichkeit, über die die Meinungen weit auseinandergehen: Das JavaScript-Mining auf den Rechnern von Seitenbesuchern.

Rechner von gut 500 Millionen Webseiten-Besuchern missbraucht

Durch Krypto-Mining können täglich Mengen an Geld gewonnen werden. Mithilfe von PlugIns wird auf einigen Webseiten hintergründig die Rechenleistung von Besuchern bzw. deren Computern genutzt, jedoch ohne deren Wissen. Nach Angaben von Adguard haben rund 500 Millionen Nutzer ohne ihr Zutun bereits Geld für die Anbieter von Kryptowährungen gescheffelt. Entdeckt wurde diese Vorgehensweise als vor kurzem die Webseite „The Pirate Bay“ aufgeflogen ist. Die Tauschbörse verwendete die Rechenleistung der Besucher, um die Kryptowährung Monero abzubauen.

„The Pirate Bay“: Angeblich nur ein Testlauf

Die Besucher von „The Pirate Bay“ hatten mit einer ungewöhnlich hohen Systemauslastung zu kämpfen. Kurze Zeit später bestätigte die Webseite, dass man für einen Testlauf 24 Stunden lang die Rechner der Besucher missbraucht hatte, um die Kryptowährung Monero abzubauen – nur eben ohne, dass die Nutzer der Seite zuvor darauf hingewiesen wurden. Nach diesem Vorfall untersuchte Abguard die 1.000 weltweit meistbesuchten Internetseiten, unter denen 220 weitere Webseiten mit verborgenen Plug-ins verschiedener Krypto-Miner zu finden waren.

Wie funktioniert Krypto-Mining?

Die Miner, also zu Deutsch „Schürfer“, verdienen virtuelles Geld, indem sie die Leistung fremder Rechner verwenden. Während sich der Nutzer auf der betreffenden Webseite aufhält, wird im Hintergrund ein JavaScript ausgeführt. Dies berechnet eine Krypto-Währung. Davon bekommt der Webseitenbesucher jedoch zunächst nichts mit und der Betreiber der Seite kann durch hohen Traffic immense Summen erwirtschaften.

Die Nachteile der Methode

Immer mehr Betreiber springen auf diese Methode an, obwohl diese nicht nur von Vorteil ist. Die lästige Werbung könnte zwar von nun an Geschichte sein, das war aber vielleicht nicht das größte Übel. Die CPU-Last steigt mit der Nutzung von Krypto-Mining auf dem Endgerät des Seitenbesuchers auf bis zu 80 Prozent an. Dies verlangsamt nicht nur laufende Prozesse und bringt Endgeräte an ihre Grenzen, es verbraucht auch Unmengen an Strom. Bei Smartphones, Tablets oder Laptops ist dies ein gewaltiger Nachteil, der zu Lasten des Verbrauchers geht. Die Vorgehensweise ist gegenwärtig rechtlich legal, geht jedoch so manchem Gerät technisch an die Substanz. 

Wie schütze ich mich vor Krypto-Mining?

Wer das Krypto-Mining verhindern möchte, sollte sich mit einer Chrome-Extension ausrüsten. Ist die Chrome-Extension MinerBlock aktiviert, werden die Skripte bisher bekannter Anbieter automatisch blockiert. Im Normalfall ist die restliche Webseite davon nicht betroffen, es sei denn der Block-Versuch wird erkannt und die Seite verweigert daraufhin ihren Dienst, ähnlich wie das auf einigen Webseiten auch durch AdBlocker der Fall ist. Inzwischen gibt es verschiedene Chrome-Erweiterungen, die alle KryptoMiner im Web blockieren wollen. Abzuwarten bleibt an dieser Stelle jedoch, inwieweit der Einsatz der Add-Ons erfolgreich sein wird.


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