Industrie 4.0: Deutschland arbeitet mit Italien und Frankreich zusammen

Deutschland intensiviert in die Zusammenarbeit mit Italien und Frankreich zur Förderung der Digitalisierung der Industrie. Im Laufe des Frühjahrs 2018 hat der Lenkungsausschuss für die trilaterale Zusammenarbeit mit der Durchführung gemeinsamer Projekte begonnen. Was sind die Ziele der nationalen Pläne?


Anlässlich der Konferenz "Digitalising Manufacturing in the G20" im März 2017 in Berlin trafen sich die Vertreter der deutschen Plattform Industrie 4.0 mit den italienischen Korrespondenten von Piano Industria 4.0 und der französischen Alliance Industrie du Futur. Das Treffen in der deutschen Hauptstadt war ein voller Erfolg: Im Juni 2017 kamen in Turin Vertreter der Industrie, der Regierungen und der Wissenschaft der drei Länder zusammen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Grundstein für die trilaterale Zusammenarbeit gelegt. Im April diesen Jahres trafen sich die Vertreter aus Deutschland, Italien und Frankreich nun auf der Hannover Messe bei dem von ITKAM organisierten Treffen mit dem Titel "Factory 4.0: Integrated & Personalized Production", um über die bisher erzielten Fortschritte zu sprechen. Nach dem Kolloquium hat uns  Dr. Daniel Senff, Stellvertretender Secretary General die Plattform Industrie 4.0, die deutsche Initiative zum Thema, vorgestellt.

Normierung, Einbeziehung und Unterstützung der KMU

Der Lenkungsausschuss hat beschlossen, bei der Koordinierung der nationalen Initiativen konkrete Fortschritte zu erzielen. Die trilaterale Zusammenarbeit konzentriert sich auf drei Schwerpunkte von gemeinsamer Bedeutung und ist in drei Arbeitsgruppen gegliedert, die jeweils schon wichtige Ergebnisse erreicht haben. Die Normierungsgruppe wird von Deutschland geführt und hat zum Ziel, die Normierungsaktivitäten durch Harmonisierung der administrativen Rahmenbedingungen aufeinander abzustimmen. Die zweite Gruppe wird von Italien geleitet und versucht, die KMU in den Digitalisierungsprozess mit einzubeziehen, indem sie eine Karte und ein Netzwerk für die drei Länder erstellt. Die Gruppe unter französischer Führung für die Unterstützung von Richtlinien wird die Policy-Best Practices bekanntmachen und das Netzwerk über internationale Umsetzungsprogramme informieren.

Deutschland: Plattform Industrie 4.0

Die "Plattform Industrie 4.0" ist das zentrale Netzwerk in Deutschland zur Förderung der digitalen Transformation zur Industrie 4.0. In enger Zusammenarbeit mit Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Gewerkschaften engagieren sich mehr als 300 Parteien und fast 160 Organisationen auf der deutschen Plattform. Die Plattform entwickelt und koordiniert Informations- und Netzwerkdienste, um Unternehmen für industrielle Lösungen 4.0 zu sensibilisieren und diese in der industriellen Realität auf deutschem Boden umzusetzen. Das Netzwerk ist eines der größten der Welt und unterstützt deutsche Unternehmen – insbesondere die mittelständischen – bei der Umsetzung der Industrie 4.0. Darüber hinaus gibt sie mithilfe von "Corporate Best Practice" Unternehmen entscheidende Impulse und liefert Beispielen aus ganz Deutschland sowie Empfehlungen und Tipps zu den Einsatzmöglichkeiten. Die zahlreichen internationalen Kooperationen unterstreichen die führende Rolle der Plattform in der globalen 4.0-Branche.

Italien: Piano Industria 4.0

Um die Produktivität zu steigern und die technologische Modernisierung zu beschleunigen, konzentriert sich der "Nationale Industrieplan 4.0" der italienischen Regierung auf strategische Maßnahmen zur Unterstützung innovativer Investitionen und zur Verbesserung der Qualifikationen, wie z.B. Hyper- und Superabschreibungen, Steuergutschriften für Forschung und Entwicklung und Gewinne aus immateriellen und patentierten Vermögenswerten, Stärkung der Berufsausbildung, Schaffung von I4.0-Technologie-Clustern und Industried-Doktoraten. Ergänzende Maßnahmen sind außerdem der Aufbau von Kompetenzzentren und eines Hub-Netzwerks für digitale Innovation, eine ultrabreite Bandbreite mit einem Ansatz Fiber-to-the-Factory, die Zusammenarbeit bei offenen Standards und IoT-Interoperabilität, der erleichterte Zugang zur Finanzierung und zudem der Steueraustausch bei der Lohnproduktivität.

Frankreich: Alliance Industrie du Futur

Die im Juli 2015 gegründete Alliance Industrie du Futur vereint Berufsverbände der digitalen Industrie und Technologie mit technischen und akademischen Partnern aus dem gesamten französischen Gebiet, die sich alle um ein gemeinsames Ziel bemühen: Frankreich zu einem der führenden Länder der globalen industriellen Erneuerung zu machen. Alliance Industrie du Futur hat die Aufgabe, das von der französischen Regierung im April 2015 gestartete Zukunftsprojekt zur Umstrukturierung der französischen Industrie umzusetzen. Das französische Projekt will Unternehmen, insbesondere KMUs, dabei unterstützen, ihre Geschäftsmodelle, Organisations-, Design- und Marketingmethoden zu verändern. Dies geschieht im Hinblick auf eine Welt, in der mit neuen Werkzeugen, die z. B. auf digitaler, additiver Fertigung, neuen Materialien oder fortschrittlicher Robotik basieren, die Barrieren zwischen Industrie und Dienstleistungen abgebaut werden sollen.

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