IoT auf dem deutschen Markt

Prognosen zeigen: 2018 könnte das Jahr werden, in dem das Internet der Dinge auch bei deutschen Unternehmen ankommt!


IoT – das Internet of Things – ist seit einigen Jahren in aller Munde. Im Allgemeinen geht es dabei um Technologien einer globalen Infrastruktur, die es ermöglichen, nahezu alles miteinander zu vernetzen. Experten behaupten, dass es bis zum Jahr 2020 weltweit über 20 Milliarden vernetzte IoT-Geräte geben wird. Diese sollen uns das Leben erleichtern und die Effizienz steigern. Eine Studie hat nun herausgefunden, dass dieses Jahr für Unternehmen, die im IoT-Bereich etwas bewirken wollen, entscheidend sein könnte. Wir präsentieren euch hier die wichtigsten Ergebnisse der Studie.

Unternehmen haben die Bedeutung des IoT (Internet of Things) erkannt

Den Ergebnissen der Studie zufolge planen in diesem Jahr rund ¾ der 444 befragten Organisationen ein Internet-der-Dinge-Projekt. Das zeigt, dass die hiesigen Unternehmen die Bedeutung der neuen Technologien erkannt haben. Vor allem Unternehmen aus der Versicherungs- und Finanzbranche sowie dem Maschinen- und Anlagenbau sollen schon die ersten konkreten Maßnahmen ins Auge gefasst und Budgets dafür eingeplant haben. Auch die Bereiche Handel, Transport, Gesundheit und Soziales sind in der Planung gut dabei. Einzig in öffentlichen Verwaltungen sei noch nicht geklärt, wie sich die Planungsvorhaben mit der Finanzierung decken lassen. Prognosen zufolge soll sich der Umsatz mit dem Internet der Dinge in deutschen Unternehmen bis zum Jahr 2020 mehr als verdoppeln.

Prognose zum Umsatz mit dem Internet der Dinge (IoT) in Deutschland von 2010 bis 2020 (in Milliarden Euro)

Was sollten Unternehmen beachten?

Es gibt viele Faktoren, die bei der Umsetzung von IoT-Maßnahmen beachtet werden sollten. Darunter fallen zum Beispiel die IoT-Plattformen. Der Markt ist in diesem Bereich noch relativ unübersichtlich. Häufig ist gar nicht eindeutig klar, was unter einer IoT-Plattform überhaupt verstanden wird. Vereinfacht gesagt, bildet sie die Basis für alle skalierbaren Anwendungen und Services und verbindet so die Dinge mit den Anwendern. Bei der Auswahl der richtigen Plattform sollte man darauf achten, dass nach der erfolgreichen Umsetzung des anfänglichen Projekts darauf weitere Anwendungsbereiche erschlossen werden können. Es sollte ohne großen Aufwand möglich sein, die IoT-Plattform auszubauen und anzupassen, um später auch größer angelegte IoT-Initiativen realisieren zu können.

Datenübertragung und Datenanalyse

Auch die Art der Datenübertragung spielt eine wichtige Rolle. Momentan werden hier vor allem noch Mobilfunk- oder Kabelverbindungen, WLAN und Bluetooth verwendet. In den nächsten Jahren werden jedoch innovative Technologien, wie beispielsweise Low Power Wide Area Networks (LPWAN) auf den Markt kommen, ist sich die Studie sicher. Dabei handelt es sich um Netzwerke, die bei niedrigem Energieverbrauch und niedrigen Betriebskosten eine große Reichweite abdecken. Auch die Frage nach dem Ort der Datenanalyse sollte gestellt werden. Ist dies zentral, so spricht man vom Core Computing. Findet die Datenanalyse direkt an der Anwendung oder in deren Nähe statt, nennt man das Edge Computing. Die Variante des Edge Computing ist vor allem dann sinnvoll, wenn bei einer Anwendung Entscheidungen in Echtzeit getroffen werden müssen – in diesem Fall sollte die Datenanalyse ohne Umwege direkt vor Ort stattfinden.

Woran hapert es?

Dass Deutschland derzeit noch zurückliegt, liegt nicht daran, dass die Unternehmen keine Pläne oder Konzepte haben – diese liegen bereits vor. Die praktische Umsetzung scheint ein größeres Problem zu sein. Ein Grund dafür ist möglicherweise der derzeit noch sehr unübersichtliche Anbietermarkt. Die häufig sehr komplexen Angebote der Anbieter und das Fehlen von ganzheitlichen Lösungen machen es den Unternehmen schwer, ein geeignetes System auszuwählen. Ein wichtiges Thema ist auch – wie nahezu immer, wenn es um virtuelle Projekte geht – die Sicherheit. Viele Anwender haben diesbezüglich Bedenken und fühlen sich hier nicht ausreichend beraten. Dieser Umstand wird von der IDC (International Data Coproration) bemängelt. Sie kritisieren, dass gewillten Anwendern hier nicht genügend unter die Arme gegriffen wird.

Welche Hemmnisse sehen Sie beim Einsatz von Industrie-4.0-Anwendungen in Ihrem Unternehmen?

Warum ist IoT so erstrebenswert?

Trotz all der Schwierigkeiten, mit denen sich Unternehmen anfänglich vielleicht konfrontiert sehen, lohnt es sich auf jeden Fall, in den IoT-Markt einzusteigen. Dafür gibt es mehrere Gründe: einer davon ist die Wettbewerbsfähigkeit. Wenn Unternehmen auch zukünftig eine Rolle auf dem Markt spielen wollen, dann sollten sie das Internet der Dinge als ernst zu nehmende Technologie begreifen und sich darum bemühen, Konzepte zu erstellen und diese auch umzusetzen. Wer auf diese Chance verzichtet, für den wird es in Zukunft schwierig werden, seine Marktanteile zu halten und den Preiskampf zu gewinnen. Auch lassen sich durch IoT-Maßnahmen in Zukunft Kosten sparen und die Vorgänge in Unternehmen effizienter verwirklichen. Wie aufgezeigt wurde, sollten Unternehmen auf jeden Fall auf IoT-Technologien setzen und ernsthaft an der Umsetzung von IoT-Maßnahmen arbeiten. Nur dann können sie zukunftsfähig bleiben und werden auch weiterhin eine Rolle auf dem Markt spielen. Man sollte nur darauf achten, an den wichtigen Stellschrauben richtig zu drehen. Ein interessanter Ansatz zur Umsetzung sind auch so genannte IoT-Labs, in denen firmenübergreifend gemeinsam Prototypen und Konzepte entwickelt werden. Mit diesem Ansatz kann es auch Deutschland gelingen, in Zukunft eine wichtige Rolle im IoT-Bereich zu spielen. 


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