Online-Shopping in Deutschland 2018

Seit Jahren boomt das Online-Shopping in Deutschland! Welche Rolle hierbei die Preise spielen und wie Kryptowährungen den Markt beeinflussen, erfahren Sie in unserem Artikel.


„Schrei vor Glück“ ist nur ein beispielhafter Slogan, mit dem Online-Händler werben. Damit appellieren sie klar an die Gefühlswelt der Konsumenten und versprechen große Freude beim Erhalt des Pakets. Und es ist tatsächlich so: Online-Shopping scheint immer beliebter zu werden.

Mittlerweile ist kaum noch jemand übrig, der nicht schon einmal etwas im Internet bestellt hat. Die Gründe dafür sind vielfältig. Unserer schnelllebigen Zeit kommt gerade die Flexibilität im E-Commerce zugute. Man kann das gewünschte Produkt jederzeit von überall bestellen und bekommt es meist innerhalb von zwei Tagen zuverlässig geliefert – ein Umstand der ohne Zweifel glücklich macht. Neben diesem positiven Effekt für die Konsumenten, der das E-Commerce-Erlebnis sehr komfortabel erscheinen lässt, soll im Folgenden jedoch auch auf negative Auswirkungen und Trends im Bereich Online-Shopping eingegangen werden.

Online-Shopping in Deutschland

Der Online-Umsatz in Deutschland steigt seit Jahren an. Allein in den zehn Jahren von 2007 bis 2017 haben die Gesamteinnahmen aus dem Online-Bereich um ca. 468% von 10,4 auf 48,7 Millionen Euro zugenommen. Bis 2019 wird sogar eine Steigerung des Umsatzvolumens auf bis zu 70 Milliarden Euro erwartet.


Quelle: HDE Online-Monitor

Im Hinblick auf diese Zahlen stellt sich die Frage, warum immer mehr Produkte und Dienstleistungen online von Deutschen nachgefragt werden? Zum einen sind hier natürlich ganz rationale Gründe wie die Schnelligkeit und die Einfachheit, die der Online-Einkauf bietet, zu nennen. Außerdem ist die Auswahl im Internet schlichtweg größer: mit viel geringerem Aufwand kann man mehr Produkte ansehen und vergleichen und sieht auf einen Blick, was andere Kunden von den Artikeln halten.

Ein weiterer wichtiger Grund, der Kunden zum E-Commerce bewegt, sind die niedrigen Preise. Zu diesem Schluss kommt auch eine Untersuchung der Social-Commerce-Gruppe pepper.com, bei der für eine länderübergreifende Preis-Analyse 240 Produkte aus 15 Warengruppen ausgewählt und verglichen wurden. Das Ergebnis der Studie dürfte alle deutschen Online-Shopper freuen: Hierzulande sind die Preise so niedrig wie in fast keinem anderen Land. Für durchschnittlich 59€ konnte man in Deutschland eines der 240 analysierten Produkte erwerben – dies unterbietet das internationale Mittel um 16,89%!

Nur China ist mit 54,41€ günstiger, während andere asiatische Länder wie Indien (83,88€) und Japan (102,80€) die Liste anführen. Europäische Länder wie Frankreich und Spanien, aber auch die USA sind vergleichsweise teuer. Der Studie zufolge können in Deutschland vor allem Artikel aus den Bereichen Drogerie und Körperpflege günstig erworben werden, auch Sportartikel sind günstig zu haben.

Wird Bitcoin zukünftig das den Markt beherrschende Zahlungsmittel?

Vieles deutet darauf hin, dass Kryptowährungen in Zukunft eine größere Rolle spielen werden. Spätestens mit dem rasanten Anstieg des Bitcoin-Kurses Ende 2017 wurde das digitale Zahlungsmittel von vielen als unausweichliche Zukunft beäugt. Mit Rückgang des Hypes hat nun eine Untersuchung ergeben, dass Bitcoin zumindest für den Handel in Deutschland künftig nicht von Belang sein wird. Kryptowährungen seien demnach einfach zu komplex für den alltäglichen Gebrauch.


Quelle: Statista

Die Deutschen stehen neuen Technologien, die vermeintlich mit einem Verlust von Sicherheit behaftet sind, im Allgemeinen kritischer gegenüber als Menschen anderer Länder. Dies scheint sich bei den Bezahlmethoden zu bestätigen. Vor allem ältere Menschen sind laut einer Studie skeptisch gegenüber vergleichsweise „risikobehafteten“ Bezahlmethoden. So nutzen Jüngere häufiger Lastschrift oder Sofortüberweisung, während Ältere eher auf Rechnung bestellen. Zudem ist zu beobachten, dass Frauen aufgrund von Sicherheitsaspekten häufiger die Rechnungs-Methode wählen, Männer aus Bequemlichkeit eher den Paypal-Dienst nutzen.

Vor allem Kleidung und Schuhe sind beliebt

Die eben schon erwähnte Studie, die letztes Jahr im Auftrag von TNS und Otto erstellt wurde, hat auch untersucht, was und wie Deutsche online einkaufen. Demnach kaufen generell ca. 75% aller Bürger der Bundesrepublik Deutschland regelmäßig Produkte und Dienstleistungen im Internet ein. Männer häufiger als Frauen, Jüngere (vor allem junge Paare und Familien) häufiger als Ältere. Auch wenn man nicht direkt die Passform prüfen kann, werden online am häufigsten Kleidung und Schuhe nachgefragt. Vor allem Frauen schlagen bei diesen Kategorien zu – neben Pflegeprodukten und Schmuck. Männer finden hingegen eher im Technik-Bereich das passende Produkt.

Nicht nur im stationären Handel spielt die Stimmung eine Rolle, auch im Internet verleiten positive Verfassungen wie Belohnung, gute Laune oder einfach die Lust auf Neues zu Spontankäufen. Auch Rabatte haben eine große Auswirkung auf die Kaufentscheidung. Als Trend lassen sich derzeit vor allem smarte Produkte mit KI, wie beispielsweise Alexa ausmachen - auch hier ist wieder die jüngere Generation führend in der Nachfrage.

Einfluss neuer Technologien auf Online-Shopping

Mit der zunehmenden Nutzung von intelligenten Lautsprechern wie Alexa oder dem Homepod steigt auch die Zahl der Einkäufe, die über solche Medien getätigt werden. Besonders Produkte aus dem täglichen Gebrauch lassen sich sehr einfach auf diese Art und Weise nachbestellen. Bei Kleidung und Schuhen ist dies aufgrund fehlender Visualisierung wahrscheinlich schwieriger.

Auch Chatbots werden als virtuelle persönliche Assistenten an Bedeutung gewinnen. Gerade die jüngere Generation hat hier wenig Bedenken hinsichtlich Faktoren wie beispielsweise dem Datenschutz. Besonders für Unternehmen bietet der Einsatz von Chatbots in der Kundenkommunikation viele Vorteile, die Personalisierung und Automatisierung wird hier weiter zunehmen.

Negative Trends

Natürlich bietet der Kauf im Internet viele Vorteile. Doch auch die Nachteile dürfen dabei nicht unerwähnt bleiben. Die Bequemlichkeit im Online-Bereich führt dazu, dass einige Konsumenten schnelle Entscheidungen beim Kauf treffen – die Bestellungen werden dann nach Erhalt kurzfristig und ohne viele Bedenken wieder zurückgeschickt. Einer Quelle nach, soll die Quote der Rücksendungen im Onlinehandel bei mehr als 50% liegen! Die Gründe dafür können vielfältig sein: Das Produkt passt nicht, es gefällt nicht oder man hat festgestellt dass doch nicht mehr so viel Geld auf dem Konto ist. Eins ist jedoch sicher: Die Zunahmen an Paketzustellungen und –retouren ist enorm belastend für die Umwelt und führt zu erheblichen Logistik-Problemen. Die vermehrte Nachfrage nach Express-Versand oder ähnlichem führt zudem zu Parallelfahrten, unwirtschaftlichen Routen oder Lieferfahrzeugen, die nur die Hälfte ihrer eigentlichen Kapazität geladen haben.

Im Hinblick auf diese Beispiele stellt sich die Frage, ob es wirklich nötig ist, Schuhe in drei verschiedenen Größen oder Farben zu bestellen, nur um den Rest dann wieder retour gehen zu lassen – hier ist mehr Bewusstsein auf Seiten der Konsumenten gefragt.

Online-Shopping aus Sicht der Händler

Gerade angesichts der oben genannten Zahlen scheint es natürlich sehr lukrativ zu sein, in das E-Commerce-Geschäft einzusteigen. Einfach drauf los ist aber das falsche Motto in diesem Zusammenhang. Vor dem Start sollte man sich umfassend informieren und bei Bedarf einen Experten zu Rate ziehen. Alle Möglichkeiten sollten gründlich abgewogen werden. Entscheide ich mich für die günstige Open-Source-Lösung, wie zum Beispiel WooCommerce auf Wordpress, die zwar wenig Geld kostet, dafür aber mit erheblich mehr Zeitaufwand und Know-How verbunden ist? Oder vertraue ich einem Hoster, der mir den kompletten Service bietet und vor allem bei wenig Erfahrung oder größeren Online-Projekten von Vorteil sein kann? Mit der Frage nach dem erfolgreichen Online-Shop beschäftigt sich auch unser Podcast Snapshot in Folge #2.

Welche sind die besten Online-Shops Deutschlands?

Diese Frage hat sich das EEC Köln gemeinsam mit dotSource gestellt und die Ergebnisse in der Untersuchung mit dem Namen „Customers’ Choice – Beste Online Shops 2018“ veröffentlicht. Die besten Plätze belegten hier ein Betreiber für Tierbedarf (Zooplus), ein Onlinehändler für verschiedenste Produkte (QVC) und ein Musikhaus (Thomann). Generell wurde deutlich, dass die Unterschiede zwischen den beliebtesten Shops nicht sonderlich groß sind. Daraus ist zu schließen, dass die Qualität in Online-Shops mittlerweile branchenübergreifend auf einem hohen Niveau ist.

Was sollte beachtet werden, um in Zukunft eventuell auch im Ranking der besten Online-Shops aufzutauchen? Immer wichtiger werden hier individuelle Shop-Angebote. Mittlerweile gibt es so viele Online Shops mit den gleichen Angeboten – da kann der Konsument schnell den Überblick verlieren. Hier gilt es für die eigene Branche eine ganz spezielle Strategie zu entwickeln, um jedem Kunden ein individuelles Shopping-Erlebnis anbieten zu können. Natürlich spielen für den Erfolg auch Faktoren wie die Ladezeit des Online-Shops und die mobile Anpassung eine wichtige Rolle.

Die Zukunft des E-Commerce

Der Umsatz im Online-Bereich wächst und wächst und es ist noch lange kein Ende in Sicht. Künftig werden neue Technologien - sei es in Bezug auf die Bezahlung (Kryptowährungen), im Bereich der Kundenansprache (Chatbots) oder bezüglich des Shoppings an sich (Sprachassistenten) - von großer Bedeutung sein. Trotz all der Wachstumsprognosen dürfen die negativen Aspekte jedoch nicht außer Acht gelassen werden. Vor allem logistisch ist noch nicht geklärt, wie die steigenden Paketzustellungen gemeistert werden können. Händler sollten angesichts der guten Voraussetzungen jedoch nicht unbedacht ans Werk gehen, sondern den Einstieg in das Geschäft gut vorbereiten. Auch etablierte und erfahrene Unternehmen sollten auf aktuelle Trends reagieren, um auf dem hart umkämpften Markt auch künftig mitspielen zu können.

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