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Sichere Domains aus der Schweiz

Im Kampf gegen Malware schneidet .ch besser ab als andere TLDs. Auch die neue Domain-Endung .swiss legt besonderen Wert auf die Authentizität seiner Domain-Inhaber – und nimmt damit einer oft geäußerten Kritik den Wind aus den Segeln.


Die sichersten Webseiten kamen 2015 aus der Schweiz. Nach Angaben der zuständigen Registry SWITCH, hat der Domain-Missbrauch mit Malware auf .ch-Websites markant abgenommen. Im Vergleich zu anderen Domain-Endungen habe außerdem die Zahl der Phishing-Fälle nicht zugenommen. Insgesamt sei die Schweiz damit gut gegen Domain-Missbrauch gerüstet und mache .ch zusehends unattraktiver für Angriffe, heißt es in einem Blog-Beitrag der Registry. Dem Beitrag zufolge ist SWITCH im vergangenen Jahr auf 698 .ch- und .li-Seiten gegen Malware vorgegangen. 2014 waren es noch 1839 Fälle. Vor allem Phishing-Attacken bereiten den Verantwortlichen noch Sorgen. In der jüngeren Vergangenheit seien vermehrt Online-Shops in das Visier der Angreifer gerückt. Insgesamt habe sich die Zahl aber 2015 bei 329 Webseiten im Vergleich zu 323 im Jahr 2014 stabilisiert.

Verordnung zur Bekämpfung von Malware

Die Ergebnisse präsentierte SWITCH auch auf der diesjährigen Domain pulse. Vor mehr als 200 Fachleuten und Entscheidungsträgern aus der Branche hob Sicherheits-Experte Mikko Hyppönen die besondere Situation in der Schweiz hervor. In dem Alpenstaat ist die Bekämpfung von Malware ist seit 2015 in der Verordnung über Internet Domains (VID) festgelegt. Das sei besonders effektiv, lobte Hyppönen. Den Prozess gegen Domain-Missbrauch und die nationale und internationale Zusammenarbeit nennt die Registry weltweit einmalig. Mit .swiss wächst aber gerade eine zweite Schweizer TLD heran, die durch ihre besonderen Registrierungsbedingungen das Potenzial hat, ebenfalls zu den sichersten TLDs im Geschäft zu reifen. .swiss ist seit Januar 2016 online. Die TLD hatte es lediglich nur durch ein Schlupfloch in das new gTLD-Programm geschafft: Ländernamen waren eigentlich von der Bewerbung ausgeschlossen. Weil "swiss" aber auch ein Adjektiv ist, wurde die Domain-Endung schließlich zugelassen.

Komplexes Antragsverfahren in der Kritik

Betrieben wird die TLD vom Schweizer Bundesamt für Kommunikation (BAKOM). Mit strengen Registrierungsbedingungen und einem verhältnismäßig umfangreichen Antragsverfahren will das Amt sicherstellen, dass .swiss-Adressen "im Interesse der schweizerischen Gemeinschaft" stehen und die Domain-Endung der schweizerischen Wirtschaft und Kultur dient. Für das komplexe Verfahren war BAKOM zuletzt auch auf der Domain pulse in die Kritik geraten. Immerhin gelingt es der Behörde damit, eine die oft geäußerte Befürchtung auszuräumen, dass die neuen Endungen als Malware-Schleudern das Netz kontaminieren. Dabei darf bezweifelt werden, ob dieses Misstrauen überhaupt berechtigt ist. Ende Januar 2016 waren rund 53.000 Webseiten mit einer new gTLD durch verdächtigen Content aufgefallen – das entspricht gerade mal 0,44 Prozent aller registrierten Domains.

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