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Snapshot #14 I Wie die Wildwarner-App wuidi Autofahrern, Jägern und Wildtieren hilft

Alle zwei Minuten ereignet sich auf Deutschlands Straßen ein Wildunfall. Um diese Zahl zu reduzieren, riefen die drei Gründer Alfons Weinzierl, Alexander Böckl und Jozo Lagetar die Initiative wuidi ins Leben. Die Wildwarner-App begleitet Verkehrsteilnehmer durch Gefahrengebiete, warnt Autofahrer und wenn es doch einmal kracht, hilft sie bei der Abwicklung des Unfalls.


Die Zündung zur Idee war weniger erfreulich, denn zwei der Gründer, Alfons und Alexander, hatten selbst einen Wildunfall. Da beide nicht so recht wussten, wie man diesen abwickelt, machten sie sich Gedanken, was in solch einem Fall helfen könnte. Nach und nach ist dann in Zusammenarbeit mit der bayerischen Polizei und zahlreichen Jägern die Wildwarner-App wuidi entstanden.

Eigentlich sollten Autofahrer ständig mit der Gefahr rechnen, dass ein Tier auf die Straße rennt. Pendler dürften die Situation kennen: Man ist mit den Gedanken schon längst beim wohlverdienten Feierabend und ertappt sich dabei, wie man die tägliche Strecke mit erhöhter Geschwindigkeit fährt. Dann kann es schnell einmal passieren: Augen leuchten im Scheinwerferlicht auf und es kracht. Um das zu verhindern, ertönt der Wildwarner in sog. Gefahrengebieten und erinnert daran, achtsam zu sein und den Fuß vom Gas zu nehmen. Ereignet sich trotzdem mal ein Wildunfall, hilft der Wildwarner dabei, Ruhe zu bewahren. Ein Assistent leitet den Nutzer durch all die Fragen, die in einer solchen Situation aufkommen: Was mache ich als erstes? Wen rufe ich an? Und wo bin ich eigentlich?

Nutzen für Verkehrsteilnehmer und Jäger

Inzwischen ist der Wildwarner in der gesamten DACH-Region verfügbar – andere Länder sollen noch folgen. Die Hilfe der Polizei und die eingebrachte Erfahrung von Jägern hat zu dem Erfolg von wuidi entscheidend beigetragen. Da diese beiden Gruppen auch einen Nutzen aus der App ziehen können, ist allen Beteiligten geholfen. Die Jäger können im Portal des Wildwarners Gefahrenschwerpunkte pflegen und so mithelfen, Wildunfälle zu verhindern. Aber auch die Ortung eines Wildunfalls wird so stark vereinfacht, denn beim Angeben der eigenen Position mitten im Wald liegen Autofahrer oftmals mehrere hundert Meter, wenn nicht sogar wenige Kilometer weit weg. Bis der Jäger am Unfallort eintrifft, kann das angefahrene Tier schon weit weg und schwierig aufzufinden sein.

Snapshot-Moderatorin Nadine Jäger im Gespräch mit wuidi Co-Founder Alfons Weinzierl | Quelle Foto: InterNetX

Wildunfälle in der DACH-Region

Im Jahr 2012 wurden allein für Bayern knapp 55.900 Wildunfälle in der Verkehrsunfallstatistik ausgewiesen, 2016 waren es 70.314. Im vergangenen Jahr waren die Zahlen ähnlich hoch. Alfons hat uns gesagt, dass in Deutschland mehr Wild durch Verkehrsunfälle verendet, als durch die Jäger.


Quelle: Statista

Das bringt der Wildwarner

Um den Fahrer nicht unnötig abzulenken, läuft die App, einmal gestartet, einfach im Hintergrund. Die drei Gründer nennen das “Funktionalität aus der Hosentasche”. Die App nutzt die GPS-Daten des Handys, um den Standort des Autofahrers zu ermitteln – deshalb ist für diese Funktion auch keine Internetverbindung nötig. Tritt trotzdem der Ernstfall ein und es ereignet sich ein Wildunfall, hilft der Wildwarner dabei, den Unfall zu melden und abzuwickeln.


Quelle: App Wildwarner

Das ist aber nicht nur für Autofahrer ein nützlicher Helfer, sondern auch für Polizei und Jäger: Diese bekommen unmittelbar den Standort mitgeteilt und können so nicht nur den Unfallort sehen, sondern auch viel genauer einschätzen, wo das verletzte Wild sich befindet. Unterstützt werden die Gründer vom Bayerischen Jagdverband, dem Landesverband Bayerischer Fahrlehrer sowie dem Bayerischen Innenministerium.

Um den Wildwarner weiter zu verbessern, arbeitet wuidi mit der Universität Freiburg und der Technischen Hochschule Deggendorf im Bayerischen Wald zusammen: mit einem Sender ausgestattete Rehe sollen so helfen, Tierverhalten zu analysieren.


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