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Snapshot #15 I Das bedeutet der Brexit für Domain-Inhaber

Der bevorstehende Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union trifft nicht nur die Automobilbranche hart. Auch Domain-Inhaber sehen großen Veränderungen entgegen.


Personen und Unternehmen mit Sitz in Großbritannien droht der Verlust ihrer .EU-Domains. Am 29. März 2019 wird Großbritannien aller Voraussicht nach zum Drittstaat. Ob es nun zum harten Brexit kommt oder sogar noch ein Aufschub bewilligt wird, steht in der Schwebe. Dass Großbritannien austritt, ist aber seit dem Referendum im Jahr 2016 klar. Wie das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU konkret aussehen wird, kann wohl aktuell niemand beantworten. Wie es in Sachen .EU-Domains weitergehen wird und was Inhaber tun sollten, haben wir für Sie zusammengefasst.

Was bedeutet der Brexit für Inhaber von .EU-Domains?

Für alle, die weiterhin Teil der EU bleiben, also auch deutsche Inhaber der .EU-Domains, bedeutet das zunächst mal nichts. Anders sieht es allerdings für Personen, Unternehmen und Organisationen mit Sitz in Großbritannien aus: Diese sind nach Austritt Großbritanniens aus der EU nicht mehr dazu berechtigt, .EU-Domains zu registrieren. Über 300.000 Inhaber von .EU-Domains könnten im Zuge des Brexits sogar ihre .EU-Adresse verlieren.

Thomas Rickert, Domain-Rechts-Experte beim eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V., hat uns die aktuelle Situation geschildert:

Was passiert mit bereits registrierten .EU-Domains?

Die EU-Kommission hat die Registry EURid dazu berechtigt, .EU-Domains, die zum Datum des Austritts die Registrierungsvoraussetzungen nicht erfüllen, zu widerrufen. Dazu bedürfe es weder eines Schiedsverfahrens noch eines besonderen Grundes – EURid darf in diesem Fall nach freiem Ermessen entscheiden.

Mit dem Brexit verlieren die Briten also die Möglichkeit, eine .EU-Domain zu registrieren oder zu halten. Ab dem 30. März 2019 werden keine Neuregistrierungen von .EU-Domains durch Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen mehr möglich sein. Für Domain-Inhaber heißt das, dass sie am dem 30. März 2019 gegen die Richtlinien für .EU-Domains verstoßen. Sie werden vorab am 29. März 2019 per Mail informiert und am 30. März 2019 nochmal erinnert. Dann besteht die Möglichkeit, dass im Whois hinterlegte Kontaktinformationen auf eine EU-Adresse aktualisiert werden, beispielsweise durch einen Transfer. Bleiben die Daten jedoch bestehen, ist die Domain ab dem 30. Mai 2019 inaktiv. Ein Jahr lang kann sie reaktiviert werden, danach werden sie nicht automatisch verlängert, sondern gelöscht und sind für jeden frei registrierbar.
Auf diese Weise bleibt den Registranten von .EU-Domains in Großbritannien genug Zeit um eine Lösung zu finden, ohne dass sich Dritte die Marken- und Unternehmensnamen mit der .EU-Endung sichern können.

Wie könnte eine Lösung aussehen?

Eine Möglichkeit besteht in der Registrierung der passenden ccTLD, sofern die gewünschte und passende Domain noch frei ist. Wenn dies nicht der Fall ist, können sich .EU-Domain-Inhaber mit einer passenden Branchen-TLD Abhilfe verschaffen.
Fest steht aber, dass selbst wenn es zu einem Deal Großbritanniens mit der EU kommen sollte, die in England registrierten .EU-Domains umziehen müssten, sofern nicht ausdrücklich eine abweichende Regelung getroffen wird.


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