So kommen Preise auf dem Domain-Markt zustande

Zu welchem Preis eine Domain auf dem Markt gehandelt wird, kann gleich von mehreren Einflussfaktoren abhängig sein. In diesem Artikel möchten wir Ihnen deshalb aufzeigen, warum bestimmte Domains mehr kosten als andere.


Die Ursachen für hohe Preise auf dem Domain-Markt sind vielschichtig. Um nur einige Beispiele zu nennen: Es kann auf die Kürze der Domain, die Einprägsamkeit des Begriffs oder auch aktuelle Trends ankommen. Auch wenn Domain-Preise im vierstelligen (und höheren) Bereich die meisten Interessenten erst einmal abschrecken dürften, kann sich eine Investition bei genauerem Hinsehen durchaus lohnen. So kann eine vermeintlich teure Domain z. B. für Marketingzwecke verwendet werden, ein höheres Ranking in Suchmaschinen verschaffen oder auch einfach als Geldanlage dienen.

Welche Gründe sich in den meisten Fällen hinter einer hoch gehandelten Domain verbergen, erfahren Sie jetzt:

Faktor 1: Kurze Domains

In der Kürze liegt die Würze – das gilt insbesondere auch bei der Domain-Wahl. Denn kurze Begriffe können i. d. R. einfacher von Menschen im Gedächnis behalten und dementsprechend auch wieder abgerufen werden. Hierin liegt allerdings auch das grundlegende Problem: Prinzipiell möchte jeder in den Besitz einer kurzen Domain kommen, die sich schnell in die Köpfe der Nutzerschaft brennt. Unter der .COM-Endung ist beispielsweise bereits seit 2013 keine vierstellige Domain mehr frei zur Registrierung, .COM-Domains im zwei- und dreistelligen Bereich waren sogar schon vor 2013 ausnahmslos vergriffen. Auch die deutsche ccTLD .DE ließ dieses Phänomen bereits in der Vergangenheit erkennen. Kein Wunder also, dass der Großteil kurzer Domains auf dem Markt heute ausschließlich zu hohen Preisen gehandelt wird. Hier gilt das alte Prinzip: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Faktor 2: Ein-Wort-Domains

Domain-Namen wie "moebel.de" oder "whisky.com" sind bekannt. Nicht zuletzt ihre Eingängigkeit macht sie zu viel besuchten Webseiten. Keine Frage: Ein-Wort-Domains verlangen bei der Namensfindung aufgrund der heute schwindenden Verfügbarkeit von "gewöhnlichen" Begriffen und der damit verbundenen Notwendigkeit von neuen Wortschöpfungen grundsätzlich mehr Kreativität als Domains, die sich aus zwei oder mehr Begriffen zusammensetzen. Dafür heben sie sich aber auch stärker von der Masse ab – und das macht sie letztlich zu beliebten Domains mit hohem Marktwert.

Faktor 3: Keyword-Domains

Die Zeiten sind längst vorbei, in denen eine Domain lediglich ein Keyword beinhalten musste, um in den entsprechenden Suchergebnissen direkt an vorderer Stelle zu landen. Nichtsdestotrotz sind Keyword-Domains auch weiterhin gefragt. Denn auch wenn Google seit dem Exact-Match Domain Update in 2012 den Inhalt einer Domain stärker als ihren Namen bewertet: Wer eine Keyword-Domain mit gutem, gepflegtem Content kombiniert, kann mit einer solchen Domain auch künftig Vorteile im Ranking von Google erzielen. Keyword-Domains im höherpreisigen Segment sind also auch heute keine Seltenheit. Streng genommen zählen sogar prominente Beispiele wie "amazon.com" oder "alibaba.com" zur Gruppe der Keyword-Domains. So kommt es im Normalfall dazu, dass ein Benutzer, der eigentlich nach Informationen zum Fluss Amazonas (engl. "amazon") bzw. der Märchenfigur Alibaba sucht, ebenso Ergebnisse für den jeweils gleichnamigen Online-Shop ausgespielt bekommt. Primär zielen Amazon und Alibaba jedoch wahrscheinlich nicht auf diesen Effekt ab, sondern dürften sich vielmehr aus Branding-Zwecken für ihre Domain-Namen entschieden haben.

Faktor 4: Eindeutige Domains

Einfluss auf den Preis einer Domain kann ebenfalls die Frage besitzen, ob Benutzer die Inhalte einer Website überhaupt mit dem Domain-Namen in Verbindung bringen oder nicht. Ein Beispiel: Ein Online-Shop für Schuhe wird vermutlich – zumindest solange sich die Marke noch nicht in den Köpfen der Konsumenten etabliert hat – mehr Klicks generieren, wenn er den Begriff "Schuhe" in seiner Domain verwendet, statt eines Begriffes ohne Produktbezug. Ein Blick auf die teuersten Domains 2017 unterstreicht, welche Relevanz und Preise solche Domains aktuell verzeichnen: "Kaffee.de" etwa galt mit einem Verkaufspreis von 200.000 Euro als teuerste Domain des Jahres 2017 unter der .DE-Endung.

Faktor 5: Aktuelle Trends

Domain-Preise können darüber hinaus auch stark von aktuellen Trends abhängen. Ein Paradebeispiel liefert etwa der Bereich Kryptowährungen: Während vor einigen Jahren ein Großteil der Bevölkerung noch nie etwas von Bitcoin, Ethereum und Co. gehört hat, sind Kryptowährungen heute in aller Munde. Das macht Begriffe und Wortkombinationen rund um die Thematik Kryptowährungen zur beliebten Domain-Wahl. In der Vergangenheit wären die Preise für Domains mit entsprechendem Bezug aufgrund der fehlenden Durchsetzung des Begriffs deutlich günstiger ausgefallen.

Faktor 6: Preisbereitschaft

Ein wichtiger Punkt, der im Zusammenhang mit Domain-Preisen keinesfalls in Vergessenheit geraten darf, ist die individuelle Preisbereitschaft des Interessenten. Denn nur weil eine Domain vermeintlichen Erfolg verspricht, bedeutet das nicht, dass die Nachfrage erwartungsgemäß hoch sein wird. Stattdessen kann es sogar vorkommen, dass ein zu hoher Preis Interessenten vom Kauf einer Domain zurückschrecken lässt. Letzten Endes handelt es sich jedoch immer um Individualentscheidungen: Für den einen mag eine Domain einen sechsstelligen Betrag wert sein, für den anderen kommen für die gleiche Domain gerade einmal ein paar hundert Euro in Frage.

Ob eine Domain tatsächlich ihr Geld wert ist, lässt sich von vornherein nur schwer beurteilen. In den meisten Fällen gibt der Domain-Preis aber bereits erste Hinweise darüber darauf, ob eine Domain wertvoll ist oder nicht – sei es aufgrund ihrer Länge, ihrer Einzigartigkeit, der Eindeutigkeit des Namens, aufgrund von Ranking-Vorteilen oder aktuellen Trends. Dennoch: Die Nützlichkeit einer Domain ist von Registrant zu Registrant verschieden, d. h. auch der Erwerb günstiger Domains kann je nach geplantem Verwendungszweck strategisch sinnvoll sein.

 

 


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