SSL: Erste Vorteile im Google-Ranking ersichtlich

Vor gut einem halben Jahr hatte der IT-Konzern angekündigt, die Verschlüsselung von Seiten in der Bewertung von Suchergebnissen zu berücksichtigen. SEO-Experten haben jetzt 30.000 Keywords ausgewertet – und teilweise deutliche Unterschiede festgestellt.


Internetseiten, die mit SSL verschlüsselt sind, schneiden besser in den Ergebnislisten von Google ab. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung der SEO-Experten von Searchmetrics. In einem Blog-Artikel beschreiben die Autoren statistisch signifikante Vorteile, die HTTPS-Seiten gegenüber ungesicherten HTTP-Seiten erzielen – mit steigender Tendenz.

Für die Untersuchung hat Searchmetrics insgesamt 30.000 Keywords ausgewertet, die seit zweieinhalb Jahren beobachtet werden. Damit Aussagen über Zusammenhang zwischen der Verschlüsselung und dem Ranking getroffen werden können, seien die durchschnittliche Sichtbarkeit von HTTP und HTTPS auf URL- bzw. Verzeichnis-Basis analysiert worden, heißt es in dem Blog-Beitrag. Um möglichste genau die Wirkung der Verschlüsselung zu beschreiben, seien alle weiteren Einflussfaktoren auf das Ranking eliminiert worden.

Bis zu fünf Prozent höhere Sichtbarkeit

Aus der Untersuchung gehe hervor, dass SSL-Zertifikate mittlerweile einen Anteil von bis zu fünf Prozent an der Sichtbarkeit der Seiten hätten. Marken wie Apple, Microsoft oder Spotify hätten von schon von der Umstellung von HTTP auf HTTPS profitiert. Insgesamt habe sich die Sichtbarkeit seit der Ankündigung von Google aber auf allen SSL geschützten Seiten verbessert. Die Entwicklung zeige mittlerweile einen deutlichen Trend nach oben.

Im August 2014 hatte Google angekündigt SSL-Verschlüsselung in die Liste der Ranking-Faktoren aufzunehmen. Während der Konzern sonst sehr zurückhaltend mit offiziellen Informationen zu seinen Ranking-Faktoren umgeht, scheint er sich hier offen festzulegen. Seitenbetreiber erhalten damit ein festes Kriterium, um Vorteile in den Suchergebnissen zu erzielen. Google selbst will mit dem Schritt nach eigenen Angaben, mehr Sicherheit im Netz fördern.

Dem Blog-Beitrag von Searchmetrics zufolge könnten gesicherte Webseiten die Nutzer durch höheres Vertrauen zusätzlich zu einer höheren Verweildauer ermutigen – was sich dann wiederum positiv auf die Google-Bewertung auswirkt. Seitenbetreiber können die SSL-Zertifikate gezielt als Marketinginstrument nutzen, um sich als vertrauenswürdige Partner zu präsentieren.

Anstieg der Sichtbarkeit durch Verschlüsselung

URLAnstieg in Prozent
apple.com/iphone5%
commonsensemedia.org2%
sciencenews.org/article/2%
etsy.com/browse/vintage-category/2%
spotify.com/1%
bandcamp.com/1%
microsoft.com/com/1%
Quelle: blog.searchmetrics.com

 

Bei Banking und Shopping schon Standard

Der SSL-Schutz ist im Browser durch ein kleines Schloss-Symbol in der Adress-Zeile zu erkennen. Nach einem Klick darauf erhält der Nutzer weitere Informationen über den Aussteller des Zertifikats und den Betreiber der Seite. Bei hochwertigen EV-Zertifikaten färbt sich die Adresszeile grün.

Durch das Protokoll verschlüsselt nicht die Seite selbst, sondern die Verbindung zwischen Sever und Nutzer. So können nur der Nutzer und die Webseite selber die Aktivitäten des Besuchers auf der Seite nachvollziehen. Bei Diensten, die mit besonders sensiblen Daten arbeiten, wie Banking-Seiten oder Online-Shops, ist die Technologie schon lange Standard. Google selbst nutzt SSL bei jeder Suchanfrage.


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