Wie man Produkte durch UX-Design spannend macht | Snapshot #06

Individuelles Design, das vom Kunden selbst geformt und den eigenen Wünschen und Bedürfnissen angepasst werden kann, gewinnt immer mehr an Beliebtheit. Das Start-up Anylamp aus Regensburg hat sich diese Herausforderung auf die Fahne geschrieben: Auf deren Webseite können Kunden Lampen mittels eines Konfigurators ganz einfach selbst gestalten.


In der neuesten Folge von Snapshot ist der Mitbegründer des Start-ups Anylamp, Johann Ziereis, bei uns zu Gast. Anylamp bietet seinen Kunden die Möglichkeit, eine individuelle Lampe mittels Konfigurator nach eigenen Wünschen zu designen. Der Kunde kann sich also nicht nur ein Produkt heraussuchen und bestellen, sondern dieses in Form und Farbe gestalten – User Experience auf allen Ebenen. Egal ob Sneaker, Lampe oder Kleidung: Der Trend geht hin zur Individualisierung durch den Endverbraucher. Kunden können sich ihre Produkte ganz bequem von Zuhause aus zusammenstellen. Das berichtet Johann auch aus seinen bisherigen Erfahrungen: Fließband-Ware ist out, die Kunden wollen das Besondere, Einzigartige.



01:00 Das ist Johann Ziereis von Anylamp
01:26 Warum ausgerechnet Lampen?
01:43 Die eigene Lampe individuell designen
02:52 In welcher Phase steckt das Start-up?
03:29 Das kostet eine individuelle Lampe
04:01 Material und Fertigung
04:43 Wer ist eigentlich "Anylamp"
05:31 Die Idee zu Anylamp: Intuitive Gestaltung
07:32 Räume durch Licht verändern
08:20 Der Standort Regensburg
09:19 Die erste Lampe, die der Kunde selbst gestalten kann
10:33 Was wollen die Kunden?
11:17 Der Bestellvorgang: Wann kommt meine Lampe?
11:55 Als Start-up Kunden werben
12:37 Wie habt ihr euch als Start-up finanziert?
16:43 Augmented Reality: Dem Kunden das Produkt erlebbar machen
17:03 Probleme im Werdegang des Digi-Start-ups
18:22 Die Benutzeroberfläche
18:30 Einfach bedienbar, graphisch ansprechend und vor allem Spaß soll es machen
19:02 Wo wird Anylamp in 5-10 Jahren stehen?
19:35 Tipps für andere Gründer: Brennen für die eigene Idee
20:21 Dort findet ihr Anylamp

Erfolgreicher E-Commerce: Vier wichtige UX-Faktoren

Die Macht der großen Plattformen wird immer größer. Wer sich unter Amazon, eBay, AliBaba und Co. mischen will, muss seinen Kunden das perfekte Shoppingerlebnis bieten. Werden die folgenden vier Punkte beachtet, hat der Kunde ein Shopping-Erlebnis, das er so schnell nicht vergessen wird und wieder erleben möchte.

UTILITY
Der Nutzen sollte auf den ersten Blick erkennbar sein: Es vermittelt dem Nutzer, dass er das Produkt braucht und erleichtert ihm die Entscheidung, es zu kaufen.

USABILITY
Die Benutzerfreundlichkeit ist ein entscheidender Punkt, um Kunden auf der Seite zu halten. Für den potenziellen Käufer muss die Bedienoberfläche möglichst strukturiert und einfach aufgebaut sein, unnötige Klicks sollten vermieden werden. Unnötige Zeit, die benötigt wird, um überladene Seiten zu laden oder ein unübersichtliches Menü hingegen vergraulen potenzielle Kunden.

ACCESSABILITY
Die Zugänglichkeit für die verschiedenen Geschmäcker und Bedürfnisse der Kunden oder auch für solche, die z. B. farbenblind sind, sollte ebenso beim Aufbau der Webseite berücksichtigt werden.

DESIRABILITY
Eine App sollte beim Nutzer ein Begehren hervorrufen, d.h. die App oder Webseite soll das Gefühl vermitteln, dass der Besuch ein genießbares Erlebnis ist. Der Kunde sollte den Wunsch verspüren, wieder hierher zurückzukommen.

Intuitive Navigation: Darauf sollten Shop-Betreiber achten

Nicht allein das teure Design einer hippen Werbeagentur entscheidet über den Erfolg eines Shops, sondern vor allem die Anzahl der abgeschlossenen Einkäufe. Kaufen Nutzer nicht, spielt auch das Design keine Rolle und wird das Produkt nicht retten können. Die Navigation, die für den potenziellen Käufer möglichst intuitiv bedienbar sein sollte, ist an dieser Stelle nicht zu unterschätzen. Dem Nutzer sollte bei jedem Klick klar sein,

  • mit welchem Unternehmen oder welcher Marke er es zu tun hat, 
  • wo er ins Menü gelangt, auf welcher Seite er sich befindet, 
  • wie er zurück auf die Home-Seite gelangt, 
  • wo er die Suchfunktion aufrufen kann, 
  • wie er detaillierte Informationen über ein bestimmtes Produkt aufrufen kann, 
  • wie er bei einem Produkt verschiedene Optionen, 
  • wie z.B. Farbe oder Größe auswählen kann, 
  • auf welche Weise er zahlen kann, 
  • wo er Produkte speichern kann, die er sich später noch einmal anschauen will, 
  • wie er den Verkäufer kontaktieren kann und 
  • wo er Bewertungen anderer Kunden einsehen kann.

Jeder Button, jeder Link und jede Option spielt eine Rolle und kann entscheidend für den Erfolg der Webseite sein. Den E-Commerce-Kunden ist es wichtig, wertvolle Zeit einzusparen: Das Einkaufserlebnis soll schneller, einfacher und bequemer sein, als im Einzelhandel. Deshalb sind Kunden nicht bereit, unnötige Ladezeiten abzuwarten oder sich mit kompliziert aufgebauten Seiten zu beschäftigen. Müssen sie das, werden sie das Produkt wahrscheinlich auf einer anderen Seite suchen. Und das nicht nur auf dem Desktop am heimischen Rechner, sondern auch zu jeder Zeit von einem mobilen Endgerät aus.

User-Experience ist die Kombination aus Design und Effektivität

Erst durch das Zusammenspiel von zielgerichtetem Design und einer klaren Nutzerführung kann für den User eine möglichst hohe Usability gestaltet werden. Einige der Aspekte, auf die Designer achten sollten:

  • Design sollte immer unterstützend sein und nicht als künstlerische Beschallung wahrgenommen werden.
  • Die Wahl der Farben sollten mit dem Image der Marke übereinstimmen und ein starkes emotionales Feedback geben.
  • Potenziellen Kunden sollte die Seite klar kommunizieren, was dort verkauft wird.
  • Visuelle Hinweise, welche Aspekte der Kunde als nächsten abarbeiten kann – also visuelle Wegweiser sozusagen – erleichtern dem Kunden das Online-Shopping.
  • Das Ästhetik im Zusammenhang mit der positiven Nutzer-Erfahrung sollten eine allgemeine harmonische Wahrnehmung generieren.

Zentrale Bedürfnisse, Motivationen und Zweifel der Zielgruppe sollten immer wieder analysiert werden, um den Kunden auf Dauer optimal bedienen zu können. Außerdem sollten Unterseiten relevante Informationen und Funktionen beinhalten, die der Nutzer benötigt.

Nike schafft in seinem Produktkonfigurator den Spagat zwischen Design und Nutzerfreundlichkeit

Das Design der Haupt- und Unterseiten sollte einheitlich sein und sich auch nicht zu stark verändern, um beim Kunden eine gewisse Gewohnheit und einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Spezielle Effekte, Layouts, Icons oder Menüs, die zu stark von dem abweichen, was die Nutzer normalerweise bedienen, können potenzielle Käufer abschrecken.

Dennoch sollte das Erlebnis für den Nutzer mit Kleinigkeiten stets erneuert werden, um das Shopping-Erlebnis immer wieder spannend zu machen. Die Lösungen rund um den Online-Shop sollten vor dem Einbau hinreichend getestet werden, um Verwirrungen auf Kundenseite oder Fehlfunktionen zu verhindern. Versteht der Kunde, wie er welche Funktionen bedienen kann, sieht er den Mehrwert und wird das Interesse am Produkt gesteigert?

Wenn der User sein Produkt mit ein paar Klicks individuell selbst gestalten kann, wird ihm ein ganz besonderes Erlebnis und auch ein ganz besonderes Produkt angeboten, das er selbst designt hat.


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