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Die Geschichte der Domainindustrie

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Das ARPANET ebnete den Weg für das Internet, das wir heute kennen. Es ist jedoch das DNS, das Domainnamen ins Spiel brachte und so die Basis für ein benutzerfreundliches, vielfältiges und gemeinschaftliches Internet geschaffen hat.

gTLDs, ccTLDs, nTLDs: Die Domainbranche hat sich seit der Entstehung des DNS gut entwickelt. Und wir wissen warum: Domainnamen verknüpfen von Menschen lesbare Informationen wie (den Domainnamen) „internetx.com“ mit IP-Adressen (Internet Protocol), langen numerischen Zeichenfolgen, die das Durchsuchen der Inhalte im Web ansonsten deutlich erschweren würden. Domainnamen sind heute ein grundlegender Baustein des Internets. Es stehen mehr als 1.500 Domainendungen zur Auswahl, die eine Vielzahl von Möglichkeiten für jede Art von Unternehmen, Interessen oder Aktivitäten bieten. Um diese kleinen, aber leistungsstarken Elemente herum bemüht sich eine ganze Branche, um für eine reibungslose Funktion des Internets zu sorgen.

Eine chronologische Reise durch die Domainbranche

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut – und so auch nicht das Internet! Es waren rund 40 Jahre Forschung, verschiedene Technologien und internationale Vereinbarungen nötig, um die Grundlagen für das Netz zu schaffen, das wir heute so schätzen. Die Domainnamen waren und sind ein wichtiges Element dieser bahnbrechenden Technologie. Es gibt ein Konglomerat von Organisationen, die sicherstellen, dass dieses System auf nachhaltige und sichere Weise voranschreitet.

Hier präsentieren wir eine Chronologie der wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der Domainbranche, angefangen von der Entwicklung neuer Technologien bis hin zur Gründung der ersten Internet-Unternehmen und wichtigen Domain-Durchbrüchen.

1969 – Erste Nachricht über das ARPANET

Am 29. Oktober 1969, um 22:30 Uhr, wird die erste Nachricht über das ARPANET, dem weltweit ersten Computernetzwerk, verschickt. Das ARPANET wurde vom US-Verteidigungsministerium zur Implementierung der TCP / IP-Protokollsuite entwickelt. Es gilt als Vorläufer des Internets und markiert damit den Beginn der Geschichte der Domainbranche.

1971 – Geburtsstunde der E-Mail

Die erste "E-Mail" wird 1971 von Ray Tomlinson verschickt. Er wählt das @-Zeichen, um den lokalen Teil der E-Mail-Adresse von der Domain zu trennen. Die erste E-Mail-Adresse lautet "tomlinson@bbntenexa" und die Nachricht wird von Tomlinson an ihn selbst verschickt.

1972 – Socket-Nummern registriert

Jon Postel notiert die Socket-Nummern für das ARPANET in seinem Notizbuch. Seine Registry sollte 1998 zur Internet Assigned Numbers Authority (IANA) werden. IANA, die Organisation, die er gegründet und jahrelang geleitet hat, ist die essenzielle Nummerierungsbehörde des Internet. Sie weist IP-Adressen global zu.

1983 – Das DNS entsteht

Das Domain Name System (DNS) ist das grundlegende Namenssystem des Internets. Es verleiht dem System seine Struktur. Angesichts des schnellen Wachstums des Netzwerks wird das DNS im November 1983 von Paul Mockapetris als verteilter Verzeichnisdienst erstellt, da die Verwendung einer einzigen Hostname-Registry fast unmöglich ist. Zum ersten Mal in der Geschichte werden die ersten Domains über das DNS im ARPANET verwendet. Die von der Internet Engineering Task Force (IETF) veröffentlichten Referenzdokumente lauten RFC 882 "Domain Names – Concepts and Facilities" und RFC 883 “Domain Names – Implementation and Specification”.

1984 – Sechs TLDs verfügbar

Im Oktober 1984 sind nur sechs Top-Level-Domains verfügbar, nämlich: .com, .org, .net, .edu, .gov und .mil. In RFC 920 "Domain requirements” wird erstmals der Zweck einer Domain beschrieben: „Domains are administrative entities. The purpose and expected use of domains is to divide the name management required of a central administration and assign it to sub-administrations.”

1985 – nordu.net

Die älteste noch aktive Domain wird am 1. Januar 1985 registriert. NORDUnet ist ein Forschungs- und Bildungsnetzwerk, das von den nordischen Ländern eingerichtet wurde. Die Domain nordu.net wird hingegen zunächst mit dem Ziel registriert, einen Root-Server bereitzustellen. Damit wird sie zur ersten offiziell registrierten Domain. Heute befindet sich unter der Domain die Webpräsenz von NORDUnet.

1985 – Die erste Registrierung einer .com-Domain

Die erste .com-Domain wird von der Computerfirma Symbolics Inc. mit Sitz in Massachusetts, USA, registriert. Im Laufe der Jahre wechselt die Domain mehrmals den Besitzer und beherbergt jetzt ein Online-Museum über das Internet.
1995 liegen die Domain-Preise bei 100 US-Dollar für eine zweijährige Registrierung.

Dies sind die ersten zehn registrierten Domains:

  • 15. März 1985 – symbolics.com
  • 24. April 1985 – bbn.com
  • 24. Mai 1985 – think.com
  • 11. Juli 1985 – mcc.com
  • 30. September 1985 – dec.com
  • 7. November 1985 – northrop.com
  • 9. Januar 1986 – xerox.com
  • 17. Januar 1986 – sri.com
  • 3. März 1986 – hp.com
  • 5. März 1986 – bellcore.com

Die TLD .com wird schon bald zur meist registrierten Domainendung weltweit. 

1986 – Registrierung von Domainnamen für alle

Vor dem 24. Februar 1986 waren nur Organisationen mit Zugriff auf das ARPA-Netzwerk berechtigt, einen Domainnamen zu registrieren. Seit diesem Zeitpunkt stehen Domain-Registrierungen allen zur Verfügung – ein Wendepunkt, der die Entwicklung des Internets entscheidend vorangetrieben hat.

1988 – .int geht online

Als Antwort auf die Anfrage der NATO nach einem Domainnamen, der die Grundidee internationaler Organisationen widerspiegelt, wird die .int-Domainendung kreiert. Seit ihren Anfängen im November 1988 wurden registrierte .int-Domains vom Southern California/Information Science Institute verwaltet. Der Grund für die Administration durch das Institut war die Notwendigkeit einer sicheren und stabilen Verwaltung von .int-Domains.
ICANN übernahm die Aufgabe nach ihrer Gründung im Zuge des Übergangs von USC/ISI zu ICANN. In RFC 1591 steht dazu: "This domain is for organizations established by international treaties, or international databases."

1993 – InterNIC organisiert das Internet

Um dem exponentiellen Wachstum des Internets Rechnung zu tragen, wird eine neue Organisation erforderlich: Die National Science Foundation (NSF) richtet das Network Information Center (InterNIC) ein. Die teilweise staatliche Einrichtung hat das Ziel, DNS-Einträge und X.500-Verzeichnisdienste zu organisieren und zu unterstützen. 1998 geht die Organisation in die ICANN über.

1994 – Whitehouse.gov geht online

Im Oktober 1994 veröffentlicht das Weiße Haus unter der Clinton-Administration seine offizielle Website unter der Domain whitehouse.gov, die der Regierung der Vereinigten Staaten gehört. Der Inhalt der Website des Weißen Hauses ist öffentlich zugänglich und liefert Informationen über die aktuellen Operationen des Präsidenten. Whitehouse.gov enthält Informationen über den Präsidenten, den Vizepräsidenten, ihre Familien, Pressemitteilungen, Proklamationen, so genannte "Executive Orders" und eine Abschrift der Reden von Beamten des Weißen Hauses.

1995 – Eine Domainregistrierung hat ihren Preis

Bis September 1995 konnte jeder, der einen Domainnamen registrieren wollte, dies kostenlos tun. Dies ändert sich im September, als die NSF Network Solutions, Inc. erlaubt, aufgrund der steigenden Anzahl kommerzieller Domainregistrierungen (mit einem Anteil von 97 %) eine jährliche Gebühr von 50 US-Dollar für die Registrierung von Domainnamen zu erheben.

1996 – DENIC eG wird gegründet

DENIC eG ist eine nicht regulierte und gemeinnützige Organisation, die DNS-, Registrierungs- und Verwaltungsdienste für die deutsche ccTLD .de bereitstellt.

1996 – Google.com wird geboren

Die heute bekannteste Suchmaschine der Welt registriert an diesem Tag ihre Domain google.com. Die Webseite wird jedoch erst ein Jahr später, am 27. September 1998, starten. Heute ist es die meistbesuchte Webseite aller Zeiten.

1997 – Alle .com-Domains mit drei Zeichen vergeben

Im Jahre 1997 sind erstmals alle möglichen Kombinationen von .com-Domainnamen mit drei Zeichen registriert.

1998 – Privatisierung von DNS und ICANN

Auf Drängen von Präsident Clinton unterbreitet das US-Handelsministerium 1998 einen Vorschlag zur Privatisierung des DNS, welches zunächst der Kontrolle der USA unterliegt. Das Dokument wurde mit dem Ziel erstellt, sowohl den Wettbewerb auf dem Markt zu stärken als auch eine stärkere internationale Beteiligung zu fördern. Am 30. Juli 1998 wird ein als Green Paper bekanntes Dokument erstellt, um den Wettbewerb auf dem internationalen Markt zu stärken, indem das Management auf eine private gemeinnützige Organisation übertragen wird:

“This document sets forth ways to improve technical management of the Internet Domain Name System (DNS). Specifically, it describes the process by which the Federal government will transfer management of the Internet DNS to a private not-for-profit corporation.”

In dem Dokument wird auch vorgeschlagen, die Verwaltung von Top-Level-Domains und die Registrierung von Domainnamen dem Wettbewerb zu öffnen.

1998 – Gründung der ICANN

Nach heftiger Kritik der Internet-Community verfasst die Nationale Verwaltung für Telekommunikation und Information (NTIA) am 18. September 1998 das White Paper. Die modifizierte Version des vorherigen Dokuments führte zur Gründung der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, besser bekannt als ICANN.
Die Gründung von ICANN wird am 18. September 1998 öffentlich bekannt gegeben und am 30. September 1998 in Kalifornien eingetragen.

1998 – Gründung der InterNetX GmbH

InterNetX wurde in Regensburg als Internet Service Provider gegründet und verwaltet heute über 3,8 Millionen Domains und bietet mehr als 1.000 TLDs zur Registrierung an. InterNetX ist ein offizieller ICANN-Registrar und fungiert als Registry für die Domainendungen .ltda und .srl.

1999 – Sedo wird gegründet

Sedo, der weltweit größte Domain-Marktplatz, wird 1999 mit Hauptsitz in Köln (Deutschland) und Boston (USA) gegründet. Heute zählt Sedo weltweit 2 Mio. Kunden mit über 19 Millionen zum Verkauf stehenden Domains und fünf Millionen geparkten Domains.

2000 – Sieben neue gTLDs

Nach einer Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen (15. August 2000) und einer kurzen öffentlichen Konsultation kündigte ICANN am 16. November die Einführung von sieben generischen TLDs an: .aero, .biz, .coop, .info, .museum, .name und .pro. Sie werden in den folgenden vier Jahren verfügbar.

2003 – Truth in Domain Names Act

Gemeinsam mit dem PROTECT Act legt der Truth in Domain Names Act eine Strafe für diejenigen fest, die Domainnamen in betrügerischer Absicht registrieren, um Benutzer ohne deren Zustimmung auf Websites mit pornografischem Material zu locken.

Die erste Erklärung des Gesetzes lautet: "To prevent the use of a misleading domain name with the intent to deceive a person into viewing obscenity on the Internet."

2004 – Weitere new gTLDs

Zwischen 2003 und 2004 erfolgt der Aufruf, neue gTLDs ins DNS zu bringen. ICANN fügte zunächst eine Reihe gesponserter Top-Level-Domains hinzu: .asia, .cat, .jobs, .mobi, .tel und .travel.

2008 – Entwicklung des Bewerberleitfadens für neue gTLDs

ICANN beginnt mit der Entwicklung eines Leitfadens für die Anwendung neuer gTLDs. Dieser Leitfaden wird in den folgenden Jahren mehrfach aktualisiert. Die neueste Version stammt vom 4. Juni 2012.

2012 – 14.962 Domainnamen innerhalb von 24 Stunden registriert

Mike Mann, ein Domain-Spekulant, registriert im April 2012 innerhalb von 24 Stunden fast 15.000 Domains.

2012 – Neue gTLD Runde

Sieben neue gTLDs treten am 26. November 2012 in die Sunrise-Phase ein: .bike, .clothing, .guru, .holdings, .plumbing, .single und .ventures.

2013 – Vereinbarungen über neue gTLDs mit nicht-lateinischen Zeichen

Auf der ICANN47 in Durban (Südafrika) werden die ersten vier Dokumente signiert, damit Benutzer in ihrer eigenen Sprache im Internet surfen können.

2013 – Alle .com-Domains mit vier Zeichen vergeben

Im Dezember 2013 ist jede mögliche Domain mit vier Buchstaben unter .com registriert – insgesamt 456.976 mögliche LLLL.com-Kombinationen. Es ist zu beachten, dass sich dies nur auf die Buchstabenkombinationen des lateinischen Alphabets bezieht. Unter vierstelligen Domainnamen gibt es 1,8 Millionen mögliche Kombinationen und damit noch viele verfügbare Domains.

2013 – Mehr als 100 neue gTLDs

Nach vielen Jahren intensiver Planung wird das neue gTLD-Programm Realität. Zusätzlich zu den bereits verfügbaren TLDs werden über 100 neue gTLDs veröffentlicht, wodurch sich die Möglichkeiten zur Registrierung neuer Domainnamen stark vergrößern.
Die Einrichtung der neuen generischen Top-Level-Domains im Rahmen dieses Programms erfordert das Management der Registrar-Beziehungen, den Betrieb eines Domain-Registers und den Nachweis der technischen (sowie finanziellen) Kapazität für solche Operationen.

2018 – Große Auswahl an neuen gTLDs

Im Jahr 2018 stehen mehr als 1.000 neue gTLDs zur Auswahl, um einen Domainnamen erfolgreich zu registrieren.

2019 – Die teuerste jemals verkaufte Cash-Domain

DNJournal vermeldet den Barverkauf der Domain voice.com für 30 Millionen USD. Die Domain wird von einem Blockchain-Unternehmen für die neue Social-Media-Plattform „Voice“ erworben.

2020 – Schutz des DNS während der Pandemie 

Der Ausbruch der Coronavirus-Pandemie (Covid-19) stellt die Welt auf den Kopf. Um zu verhindern, dass Domainnamen in böser Absicht verwendet werden, um die Corona-Pandemie auszunutzen, unterzeichnen ICANN, Registrys, Registrare, Sicherheitsexperten, Internet-Ingenieure und andere die COVID-19 Cyber Threat Coalition. Darüber hinaus verfasste die Registrar Stakeholder Group das Papier „Registrar Approaches to the COVID-19 Crisis“, das eine Reihe von Schritten und Ressourcen enthält, mit denen die Registrar-Community den Missbrauch des DNS vermeiden kann.

Fortsetzung folgt ...

Es geht noch weiter: Die Domainindustrie ist ein lebendiges und zukunftsorientiertes Ökosystem. Der nächste Meilenstein steht schon vor der Tür. Es kursieren einige Gerüchte über eine neue gTLD Runde in naher Zukunft, und neue hochentwickelte Technologien wie die Blockchain werden die Art und Weise, wie wir im DNS arbeiten, dramatisch verändern. Wir können es kaum erwarten, unsere Geschichte der Domainbranche mit dem nächsten Erfolg zu aktualisieren. Bis dahin schauen Sie für die neuesten Updates und Trends regelmäßig im InterNetX-Blog vorbei.


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